Hefeteig und Brotbacken

So ein Hefeteig ist meiner Meinung nach eine der einfachsten Sachen in der Welt des Kochens und Backens. Ich verstehe nicht, daß so oft so ein Riesenbuhai um ihn gemacht wird.
Hefeteig ist die häufigste Grundlage meiner diversen Brotbackexperimente.

Für den Grundteig brauche ich:
Ungefähr 500gr Weizenmehl Type 405
Einen Würfel frische Hefe
Ein Glas handwarmes Wasser
2-3 Esslöffel Olivenöl
Zucker, Salz

Das Mehl siebe ich in eine große Schüssel. Durch das Sieben wird das Mehl feiner, der Teig geht besser und bildet nicht so schnell Klumpen. In die Mitte des Mehlhaufens wird ein Kuhle gedrückt. Da hinein kommt etwas Zucker, damit die Hefe direkt was zu fressen hat. darauf wird die Hefe gebröckelt und mit einem guten Schuß handwarmen Wasser angegossen. Nocht etwas Mehl vom Rand der Kuhle untermengeln, die Schüssel mit einem feuchten Tuch abdecken und für ca 20 Minuten vergessen.

Bllluuub!

Nach diesen 20 Minuten hat sich ein dünnflüßiger, blubbernder, Vorteig gebildet, in den ich jetzt mit den Knethaken des Handmixers das restliche Mehl einarbeite. Jetzt kommen auch die gewünschten Aromen, wie Kräuter, Nüsse, ausgelassener Speck oder Anderes dazu. Ausserdem gebe ich jetzt das Olivenöl bei. Das macht den Teig schön glatt, glänzend und würzig. Ich gebe immer wieder Wasser in kleinen Portionen in den Teig, während ich ihn durchknete, bis ein elastischer Teigknubbel entsteht. Sollte der Teig dabei doch zu flüssig geraten, kommt einfach wieder etwas Mehl hinzu. Wenn es ausreichend miteinander verknetet ist, kommt wieder das feuchte Tuch drüber und ich kann die ganze Sache für mindestens 2 Stunden vergessen.

Knapp 4 Stunden später

Das ist überhaupt das Schönste an Hefeteig. Es kommt sich gar nicht so drauf an. UNGEFÄHR 500gr Mehl auf einen Würfel frische Hefe, 400 gr oder 600gr ist auch möglich. UNGEFÄHR 20 min für den Vorteig. Wenn ich erst nach 30 min Zeit finde, weiter zu machen ist das auch nicht tragisch. UNGEFÄHR 2h gehen lassen. 3h machen auch keine Probleme und ich habe auch schon 4h Gärzeit gehabt, weil was dazwischen kam. Geht Alles.
Genauso ist es mit den Aromen. Von ganz pur bis zum Pizzabrot mit Speck, Käse, Nüssen und Kräutern geht Alles. Oder man ersetzt ein Drittel des Mehls durch gemahlene Mandeln und / oder Nüsse. Ist auch lecker. Wenn ich größere Mengen an schweren Zutaten, sprich Speckwürfel, Käse oder angeschwitzte Zwiebeln verarbeiten will, muss ich eventuell die Hefemenge etwas erhöhen. Das war es aber auch schon.

Nach 2 oder 3 Stunden Gärzeit knete ich den Teig noch einmal von Hand durch. Danach kommt er auf ein Backblech. Da ich meistens Fladenbrote backe, drücke ich ihn auf dem Backblech flach und decke ihn dann noch ein letztes Mal mit einem Tuch ab. er kann dann noch so lange ruhen, bis der Ofen vorgeheizt ist. Gebacken wird die ersten 10 Minuten bei etwa 220°C danach reduziere ich die Temperatur auf ca. 180°C. Nach etwa 30 min, je nach Dicke des Teiges, prüfe ich den Garzustand mit einem Holzstäbchen. Bleibt kein Teig mehr dran kleben, wenn ich in das Brot piekse, ist es durchgebacken. Ich prüfe ungefähr alle 5 min.
Will ich eine ausgeprägte Kruste haben, schütte ich während der Backzeit mehrmal Wasser in den Backofen. Die Dampfschwaden sorgen für eine schöne Kruste. Der Profibäcker hat dafür Dampfdüsen an seinem Backofen.

Gleich geht es in den Ofen

Wenn es fertig gebacken ist kommt das Brot zum auskühlen auf ein Gitter.

Vorschläge für Würzzutaten
Kräuter wie Rosmarin, Anis, Kümmel, Oregano, oder Thymian.
Herzhafte Käse wie Emmentaler, Parmesan, Cheddar, entweder klein gewürfelt oder gerieben
ausgelassener Speck
Nüsse und Mandeln
getrocknete Tomaten
angeschwitzte Zwiebeln
Knoblauch

Die Übergänge vom Brot zum Kuchen sind ebenfalls fließend. Ich kann zum Beispiel den Hefeteig mit Birnenkraut würzen und kleingehackte Nüsse und Trockenfrüchte unterheben.
Das Ergebnis hat dann mit einem klassischen Brot nicht mehr viel zu tun, sondern ist eher ein Kuchen. Aber auch lecker….

Fertiges Fladenbrot mit geriebenem Emmentaler, Paprika und Thymian

 

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Empörung in der Altstadt – Schlecker macht zu

In einem Teil meines kleinen Eifelkaffs, schlagen derzeit die Wellen ziemlich hoch. Die Drogeriekette Schlecker schließt zum 25.01.2012 ihre Filiale in der Monschauer Altstadt. Der Schleckerkonzern macht zur Zeit ja bundesweit jede Menge Fillialen zu und nun hat es auch den kleinen Laden auf der Stadtstraße erwischt.

Ende

Natürlich wird ein solcher Affront in Monschau nicht so ohne Weiteres hingenommen. Als vor Jahren die Filliale in Imgenbroich geschlossen wurde, hat es kaum jemanden interessiert, die Schließung der Simmerather Filliale vor einigen Wochen, war sowieso egal, war ja beim Erbfeind. Aber das sich ein internationaler Konzern erdreistet, den Altstädtern ihren Laden wegzunehmen, das geht nun wirklich nicht.

Genug der Häme.
Ich kann die Altstadtbewohner wirklich verstehen. Das Leben in der Altstadt ist schon unbequem genug, gerade für die Mehrheit der Bewohner, die sich ja im fortgeschrittenen Rentenalter befindet. Da betrübt es schon sehr, wenn schon wieder eine fußläufig erreichbare Einkaufsmöglichkeit wegfällt.

Aber in dem ganzen empörten Geschrei wird immer wieder dieser eine Satz zitiert.
“Jetzt verschwindet auch noch die letzte Möglichkeit in der Altstadt die vergessene Rolle Klopapier zu kaufen.”

Sinn und Zweck eines Unternehmens ist es jedoch Gewinn zu erwirtschaften und das gilt auch für die einzelnen Fillialen von Schlecker. Besagter Gewinn läßt sich eben nicht erwirtschaften, wenn immer nur irgendeine vergessene Kleinigkeit gekauft wird. Wer Einkaufsmöglichkeiten in der Altstadt will, der muss auch da einkaufen und zwar regelmäßig und für substantielle Summen und nicht nur den Becher Sahne, den er beim Aldi vergessen hat.
Das ständige Gerede von der “sozialen” Marktwirtschaft in den letzten Jahren hat leider dazu geführt, daß viele Leute glauben, deren sogenannte Prinzipien wären irgendwo gesetzlich verankert. Tatsächlich stellt sie jedoch nur so eine Art ‘Gentlemens Agreement’ dar, an das sich die Beteiligten gehalten haben, so lange es ihnen finanziell gut genug ging.

Wenn wir ehrlich sind, ist die Sache doch ganz einfach.
1. Monatliche Fixkosten für Ladenmiete, Strom, Wasser, Versicherungen, usw
2. Monatliche Kosten für Löhne und Gehälter der Angestellten
3. Monatliche Kosten für Waren und Logistik
Das dürften die drei größten Posten sein. Wenn wir sie aufaddieren erhalten wir die Summe, die von den Kunden im Einzugsgebiet der Filliale monatlich im Laden ausgegeben werden muss —- damit Schlecker mit Null aus dem Engagement in der Altstadt rauskommt.
Dabei dürfen wir nicht übersehen, daß das Einzugsgebiet der Filliale tatsächlich auch nur die Altstadt umfasst. Denn niemand fährt von Konzen oder Mützenich, geschweige denn von Simmerath oder Roetgen, zum Einkaufen nach Monschau.
Ich lehne mich jetzt mal weit aus dem Fenster und behaupte, daß die tatsächlichen Einnahmen weit von dieser Summe entfernt liegen.

Schlecker macht dicht

Der Tante-Emma-Laden an Richters Eck, den es ja schließlich auch noch gibt, wird nicht als Alternative angenommen, weil er zu teuer sei und seine Öffnungszeiten zu unflexibel.

Liebe Altstädter,
natürlich stimmt es, daß die Waren dort teurer sind, als beim Aldi und das der Laden an drei Tagen in der Woche schon mittags schließt.
Was glaubt ihr denn, warum das so ist? Glaubt ihr wirklich, die Betreiber “haben es nicht nötig?”
Es lohnt sich ganz einfach nicht, länger zu öffnen, weil da keiner einkauft. Die Preise sind so, wie sie sind, weil der Umsatz zu gering ist, als das es Großhändler gäbe, die sie beliefern würden. Das heißt konkret, daß die Pächter den Großteil ihrer Waren bei Aldi, Lidl, Plus und Real einkaufen und ihr den Aufpreis dafür zahlt, daß ihr nicht selber nach Imgenbroich kutschieren müsst. In dem Zusammenhang solltet ihr vielleicht einmal überlegen, ob ihr wirklich einen Vollsortimenter wie Rewe oder Edeka auf der Stadtstraße haben wollt. Meiner Meinung nach, wäre das der Tod für den Laden an Richters Eck. Dann könnt ihr wieder jammern…

Die Altstadt von Monschau hat einfach das grundsätzliche Problem, daß sie mit einer Stadt soviel zu tun hat, wie Fruchtzwerge mit einem Steak.
Vier weiterführende Schulen, Stadtverwaltung und Altenheim machen noch keine funktionierende Stadt. Ständig wachsender Leerstand, austerbende Bevölkerung und verzweifeltes Festhalten an einem überholten Wirtschaftskonzept, in dem außer Tourismus und “Haben wir immer schon so gemacht!” kein weiterer Begriff vorkommt, werden in absehbarer Zeit aus der Altstadt ein Kommern 2 machen.
Wer da noch eine Versorgung der Restbewohnerschaft mit Artikeln des täglichen Bedarfs in Gehdistanz haben will, muss sich Gedanken über Alternativen zum klassischen Ladenkonzept machen.
Eine gemeinnützige Gesellschaft oder ein Verein wären da eine Möglichkeit. Solche Organisationen sind nicht dem Streben nach Gewinn unterworfen, sondern müssen nur genügend Umsatz machen, um weiter bestehen zu können. Das bedeutet, ein solcher Laden, der außerdem durchaus, zumindest teilweise, von Ehrenamtlern geführt werden könnte, würde das leisten, was die Altstädter eigentlich wollen.

Bequem ein paar Kleinigkeiten einkaufen können und dabei ein Schwätzchen halten.

Der letzte Artikel der Aachener Nachrichten findet sich hier

 

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Burgertestessen im “Karambowlage” – Wie wars?

Das “Karambowlage” ist eine Bowling- und Billardhalle in Aachen in der man auch Essen kann. Irgendwer hat wohl mal gesagt, daß es dort die “besten Burger von Aachen” gäbe. Also machten sich 10 unerschrockene Twitterer auf, diese kühne Behauptung zu prüfen. Termin war Freitag, der 06.01.2012 um 19:30. Meine Lady und ich waren deutlich zu früh da und hatten deshalb Glück, daß wir noch einen Parkplatz direkt vor der Location erwischten. Es sah ziemlich gut besucht aus…

Der Eindruck wurde drinnen dann bestätigt. Der Laden belegt zwei große Etagen, der Eingang ist oben. Dort waren zwei Drittel der Billardtische belegt, alle Dartmaschinen wurden bespielt und an einigen Tischen saßen Leute. Das Personal an der Bar hatte gut zu tun. Trotzdem wurden wir zügig mit Getränken versorgt. So weit so so gut….

Als dann der nächste Schwung der Testesser eintraf, kam es zu ersten Verwirrungen. War der Tisch hier oben reserviert oder doch unten neben den Bowlingbahnen. Nach 2 Umzügen war dann klar, daß wir unten im Nichtraucherbereich neben den Bowlingbahnen sitzen würden. Der Rest der Bande war über die Völkerwanderung auch eingetrudelt. Also wurden Getränke bestellt und die Speisekarte studiert. Mit einem kurzen, aber entschiedenen: “Du bist zum Burgertestessen hier!” wurde mein Wunsch nach einem Salat abgebügelt und die Sache war dann relativ schnell entschieden. 7mal den Texasburger mit Wedges, 2mal Cheeseburger, 1mal Hamburger. Das war dann leider auch das Letzte, was schnell ging an diesem Abend…..

Es dauerte eine ganze Weile, bis unsere Burger gebracht wurden und zumindest der meiner Frau war da nur noch handwarm (Hat sie leider erst hinterher bemängelt…). An meinem gab es nichts zu beanstanden. Er war heiß, lecker, umgeben von einer großzügigen Portion Kartoffelecken und die Sauce war sogar richtig gut. Wenn nur der Service nicht so offensichtlich überfordert gewesen wäre. 10 Personen, die nur zum Essen und Trinken gekommen waren, das war offensichtlich nicht vorgesehen an einem Freitagabend. Es gab nur in sehr großem Abstand Gelegenheit Getränke nachzubestellen und dann dauerte es lange, bis endlich geliefert wurde. Hätte ich an diesem Abend ernsthaft trinken wollen, hätte ich mir wahrscheinlich jedes Mal mindestens 3 Getränke bestellen müssen. Folgerichtig machte die Dame dann auch einen ziemlich genervten Eindruck, als einige von uns noch Nachtisch bestellten. Die ganze Situation wurde noch deutlich durch den hohen Lärmpegel von Bowlingbahn und Musikanlage verschlimmert. Ich hatte teilweise schon Schwierigkeiten mein direktes Gegenüber zu verstehen.

Fazit: Das “Karambowlage” ist keine Location, um sich gemütlich in einer größeren Gruppe zum Essen, Trinken und Schwatzen zu verabreden. Zumindest am Wochenende scheint vor allem der Service darauf nicht eingerichtet zu sein. Dazu kommt, daß man nur die Wahl zwischen Teufel und Beelzebub hat. Entweder man sitzt an ausreichend großen Tischen im Nichtraucherbereich und erträgt den infernalischen Lärm oder man sitzt deutlich “kuscheliger” oben im Raucherbereich und hat es dafür wesentlich ruhiger.
Mein Essen war lecker, die Sauce zum Hamburger war sogar sehr gut. Schade, daß unsere Bedienung keine nähere Auskunt über sie geben konnte. Das der Burger meinen Holden nicht mehr heiß war, kreide ich dem überforderten Service an.
Die Preise für Essen und Getränke gehen meiner Meinung nach so völlig in Ordnung. Meine Lady und ich haben für unsere beiden Burger und 6 Getränke (Weizenbier, Wasser, Kaffee) 28,50€ bezahlt.
Wegen des miesen Service und der Sitzplatzsituation gibt es von mir nur 2 von 5 Punkten. Den Spagat zwischen Spielhalle und Restaurant hat das “Karambowlage” für mich, zumindest diesmal, nicht geschafft. Vielleicht sollten sie Gruppen wie unsere an einem Freitagabend einfach nicht annehmen.

 

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Möbeleien – Nachtrag

Vorgestern ist ein neuer Schwung Brennholz in meiner Werkstatt materialisiert. Dabei war auch ein schnuckeliger, kleiner, Vitrinenschrank mit zwei verglasten Türen und einer Schublade.

 


Nennt mich sentimental oder einen verdammten Romantiker, aber der erscheint mir zu Schade, um ihn einfach zu verfeuern oder mit einem hingerotzten Neuanstrich in die Werkstatt zu stellen, wie ich es mit dem Kleiderschrank und der Kommode gemacht habe.
Ich denke, ich werde mir bei dem Teil etwas mehr Mühe geben und mal versuchen, ob ich es halbwegs präsentabel hergerichtet bekomme.

Allein die aufwändige Art der Auflage für die Fachböden ist es meiner Meinung nach wert, etwas mehr Zeit und Arbeit zu investieren.

Das der Kasten mit Holzkeilen und Schwalbenschwanzführungen zusammengehalten wird, finde ich ebenfalls sehr apart und die Rückwand besteht aus zwei richtigen Kassettenbrettern und nicht aus Sperrholz

Für die Schubladengriffe überlege ich übrigens diesen hübschen Kerl her zu nehmen.

Sollte ich mich tatsächlich daran machen, werde ich hier weiter über die Fortschritte berichten.

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Zum Jahreswechsel

Da der Grynch ein Freund gelebter Traditionen ist, gibt es auch an diesem Silvester wieder ein paar Gedanken zum Jahreswechsel.

“Der Weg in die Hölle ist gepflastert mit guten Vorsätzen.”, sagt ein Sprichwort.

Da außerdem, zumindest bei mir, gute Vorsätze noch nie den Januar überstanden haben, habe ich mir abgewöhnt irgendwelche zu formulieren. Nichtsdestotrotz ist so ein Jahreswechsel ein spezielles Datum und ehe ich es mich versehe habe ich eine Liste von Dingen und Projekten im Kopf, die ich 2012 (endlich mal) in Angriff nehmen will.
Einige dieser Projekte tauchen schon seit Jahren immer wieder pünktlich zum Jahreswechsel aus den dunklen Sümpfen längst vergessener Gedanken auf.

“50kg abzunehmen kann nicht so schwer sein”
“Ich könnte ja aufhören zu saufen.”
“Wenn ich die Belege immer sofort bearbeite, ist das gar nicht so viel Arbeit.”
“Ich werde mich im neuen Jahr ganz bestimmt nicht mehr darauf einlassen, irgendwelche Termine zu verschieben.”

Diese “Vorsätze” behandele ich wie alte Photos oder andere Erinnerungsstücke. Ich gucke sie mir an, streichele sie vorsichtig, räume sie weg und wende mich aktuellen Problemen zu. Dann gibt es natürlich noch die irgendwie handfesteren, realistischeren, Projekte. Das sind so Sachen wie:

“Im kommenden Jahr werde ich endlich mal den Giftgarten anlegen und die Feuerstelle bauen.”
“Ich muss endlich mal Georgs neuen Parcour ausprobieren.”
“Das angefangene Diorama wird auch nicht besser, wenn ich es noch länger liegen lasse.”
“Die Klamotten wolltest du auch schon ewig entsorgen.”

All diese kleinen Dinge werden in den ersten Wochen des neuen Jahres liebevoll angeschaut, umgewendet und manchmal sogar in Angriff genommen. Ganz wenige erleben sogar ihre Fertigstellung, einige sterben endgültig, ein oder zwei erreichen im Laufe der Jahre den Status eines Vorsatzes und sind damit weiter denn je von ihrer Verwirklichung entfernt.

Ich wünsche euch ein erfolgreiches Jahr 2012 und vor allem jede Menge Spaß bei der neuen Runde um die Sonne. Denkt immer daran: Mit den richtigen Leuten um einen herum kann so eine Hölle ein heimeliger und gemütlicher Ort sein.

 

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“Aschamdon” von Valerian Caithoque

Die übermenschlichen Ariach führen seit Jahrhunderten Krieg gegeneinander. Dabei ist die Erde ihr Schlachtfeld und Menschen schlagen ihre Schlachten.

“Aschamdon” von Valerian Caithoque ist ein echter Wälzer. 720 Seiten, jede einzelne graphisch gestaltet, haben als Hardcover richtig Gewicht.

Ich finde das Klasse und bedaure sehr, daß nicht mehr Fantasyromane so liebevoll ausgestattet werden. Es passt hervorragend zum Genre und scheint auch mit vertretbarem finanziellem Aufwand machbar. Jedenfalls halte ich 24,90€ nicht übertrieben für ein Hardcover mit Leseband, Kunstlederrücken und geprägten Deckeln, ganz abgesehen von der schon genannten graphischen Gestaltung jeder einzelnen Druckseite.

“Aschamdon” ist der erste Band der Amizaras-Chronik und beschreibt den aktuellen Stand des äonenalten Krieges unter den engelartigen Ariach.
Diese führen seit Urzeiten Krieg untereinander und benutzen dazu häufig die Erde als Schlachtfeld und Menschen, sowie Kulte, als Statthalter, die dann auch die volle Gewalt von Sieg oder Niederlage der jeweiligen Fraktion zu tragen haben.
Die Protagonistin Rafaela wird schon als Jugendliche in diese Kämpfe hineingezogen, die ihre Familie zerstören und sie für Jahre in die geschlossene Psychiatrie bringen, bis einer der Ariach sie befreit und zu seinem Werkzeug macht.

Ein Buch, in dem schon auf Seite  17 (von 720) der Vater versucht seine jugendliche Tochter im Gartenteich zu ersäufen, kann einfach nicht langweilig sein.
Der Roman ist ein Parforceritt durch die Mythen und Legenden des Frühchristentums, der Gnostiker, Juden und Zoroastrier. Ab und an blinkt ein auch bißchen Stargate hervor.
Er ist ein Buch für Leute, die es mögen, wenn sich eine Geschichte entwickelt, die detailreiche Beschreibungen von Orten und Gegenständen mögen und sich gerne ganz in die Figuren einer Erzählung hineinversetzen.
Man muss nicht bibelfest sein, um der Handlung folgen zu können, aber es hilft, wenn man mit Begriffen wie Elohim, Seraphim oder Mithraskult ein wenig anfangen kann.
Zumindest fördert es den Lesefluss und erschließt einem eine zusätzliche Dimension der Geschichte.

Für die immer noch recht langen Winterabendabende ist “Aschamdon” eine hervorragende Lektüre, in der man so richtig aufgehen kann – Feuer im Kamin, ein Glas Rotwein auf dem Tisch und man begibt sich auf die Suche nach Zeichen und Omen in der Prager Altstadt.

 

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Der Winter macht ernst

Der erste zaghafte Versuch eines Wintereinbruchs vor ein paar Tagen hielt ja nur eine Nacht vor.
Aber jetzt macht der Winter langsam ernst. Heute musste ich doch tatsächlich überlegen wohin wir denn die Schneeschaufeln verräumt hatten.
10-15cm fieser, nasser, weißer Scheißdreck verschandeln die Landschaft und zwingen meine Lady und mich zu Räumarbeiten.

Lustlose Lady

 

Mach, daß es weg geht....

Kaputt...

Weiß ist eine blöde Farbe für meinen Sumpf

Romantisch?

Im Augenblick bleibt mir nur die Hoffnung, daß die Wetterproheten Recht behalten und in den nächsten Tagen der Regen den lästigen weißen Mist in die Gullis spült.

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Gewinnspiel für Linuxer und solche, die es werden wollen

Auf linuxundich.de gibt es pünktlich zu Weihnachten ein Gewinnspiel mit wirklich ansehnlichen Preisen. Der Hauptpreis ist ein Cirrus 7 One und dieser schnuckelige Design-PC würde sich richtig gut als Ersatz für mein, schon etwas betagtes, Lenovo N500 auf meinem Schreibtisch machen.
Aber auch die anderen ausgelobten Preise können sich meiner Meinung nach sehen lassen. Also tut mir einen Gefallen und macht nicht mit.

Alles Meins!

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“Katapulte” von William Gurstelle – Kein Buch für Historiker sondern für Bastler

Der Titel dieser Kurzrezension ist bei weitem nicht so negativ gemeint, wie er vielleicht klingt. Ich beziehe mich damit nur auf die versprochenen Baupläne, mit denen auf dem Cover geworben wird. Die sind nicht zum Bau von historisch korrekten Repliken gedacht, sondern zur Herstellung von Funktionsmodellen. Es werden häufig moderne Materialien, wie PVC-Rohre und Gummiseile verwendet. Ich denke allerdings, daß es jedem klar sein sollte, daß man für 14,95€ keine historisch korrekte Forschungsarbeit in durchgängig vierfarbiger Ausfertigung erhalten wird.

Kommen wir jetzt mal zu dem, was der Autor meiner Meinung nach wirklich gut macht und den Gründen, warum das Buch in meiner Werkstatt im Regal steht.
Er deckt den ganzen Bereich von der ledernen Handschleuder bis zu den riesigen Schwerkraftkatapulten ab. Zu jedem Typ gibt es einen kurzen historischen Abriß und meistens auch ein Farbfoto eines bestehenden 1:1-Nachbaus.

 

Dann folgt, nach den obligatorischen Warnhinweisen über die Gefahren fliegender Gegensstände und so weiter, eine detailierte Bauanleitung für ein Funktionsmodell.
Der Nutzen des Buches für den interessierten Laien und Hobbybastler liegt in der Kombination der Informationen.


Der historische Abriß liefert einen Einstieg und meistens genügend Informationen für eine vertiefende Recherche – wenn man das denn will.


Die Bauanleitung für das Funktionsmodell erklärt das Prinzip des jeweiligen Katapultes und liefert einen funktionierenden Nachbau. Wer mehr historische Korrektheit anstrebt kann die Photos der Nachbauten nutzen, um Plastik durch entsprechende Holzteile zu ersetzen. Die Bilder liefern dabei gute Hinweise zur Dimensionierung.

 

Genauso liefert das Funktionssmodell Anregungen, wie man teure Bronzebeschläge und handgeschmiedete Stahlarmierungen durch preisgünstigere, moderne Bauteile ersetzen kann, wenn es denn nicht so hundertprozentig auf die historische Genauigkeit ankommt.

 

Insgesamt ein empfehlenswertes Buch für den Praktiker, der einen Einstieg in die hohe Kunst des Baus von Katapulten sucht.
Mein Exemplar ist im Brandenburgischen Verlagshaus erschienen

 

 

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“Magierdämmerung” – Trilogie von Bernd Perplies

Im viktorianischen London gerät der Journalist Jonathan Kentham unverhofft in die geheime und ausgesprochen gefährliche Welt der Magie.

Im Großbritannien zur Zeit Königin Viktorias wissen die meisten Menschen nichts von der Existenz der Magie. Nur die Magier selber und ein paar Auserwählte aus dem Königshaus hüten das Geheimnis und sind bemüht die Magie unter Kontrolle zu halten und die Menschen vor den Gefahren der Zauberei zu schützen. Der junge Journalist Jonathan Kentham findet auf einem nächtlichen Streifzug einen sterbenden Mann, der ihm einen Ring aufdrängt. Der Sterbende ist der Großmeister des britischen Magierordens und der Ring ein wertvolles, magisches Artefakt und Jonathan steckt von da an mitten in einem Krieg der Magier um die Kontrolle über die mächtigste Quelle magischer Macht auf der Erde. Von da an muss er sich mit Greifen, Telepathie, Telekinese und allen möglichen Erscheinungsformen der Magie auseinandersetzen und erkennen, daß sein naturwissenschaftliches Weltbild nicht Alles um ihn herum erfasst.

Magierdämmerung in hübschem Steampunkcover

“Magierdämmerung” ist für mich klassischer Steampunk. Es gibt Luftschiffe, Eisenbahnen, Automobile, Scharfschützengewehre und Unterseeboote. Naturwissenschaft und Technik treiben den Fortschritt an. Die sehr geschätzten “Clockworker” ordnen die Romane in einem ihrer “Bordfunk”-Podcasts unter Steamfantasy ein. Ich finde eine kleinteilige Zerstückelung eines Genres aber nicht besonders hilfreich. Deshalb bleibt es bei mir bei Steampunk.

Die Romane stecken voller Anspielungen auf die Klassiker der Phantastik und machen einfach Spaß. Sie sind Schmöker im besten Sinne. Manchmal hatte ich zwar ich den überwältigenden Eindruck mich in einer Neufassung des Herrn der Ringe zu befinden, aber das tat dem Lesevergnügen keinen Abbruch. Für die kommenden Herbst- und Winterabende sind sie genau der richtige Lesestoff.

Erschienen sind sie bei LYX

Die Homepage des Autors findet ihr hier

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