Liebe Fertigmischungspanscher

Wenn ihr euch mal wieder darauf besinnen würdet, wie ein anständiges nahrhaftes und wohlschmeckendes Brot gebacken wird, anstatt genau denselben Industriematsch zusammen zu rühren, wie die Lieferanten der Discounter, dann würden wir Kunden auch einen Unterschied bemerken.
Aber Fertigbackmischungen und Industriearomen VON HAND zusammenrühren reicht nicht, um uns Kunden Geld abzuknöpfen.So eine medienwirksame Klage gegen einen großen Gegner, der angeblich das Handwerk kaputt macht, hat ja auch viele schöne Publicity zur Folge. Ist zwar albern, aber medienwirksam.
Nur ändert sie überhaupt nichts am Niedergang des Lebensmittelhandwerks. Das gräbt sich sein Grab nämlich ganz alleine, indem es seine Produkte dem Industriefraß immer ähnlicher macht.

So long

Hier geht es zum Artikel in den Aachener Nachrichten

Mal was Einfaches für die kalte Küche, passend zu dieser nicht grinchtauglichen Hitze

Ich brauche.

ca. 800gr würzigen Schafskäse, nicht dieses nachgemachte Zeug aus Kuhsaft
ca. 125ml gutes Olivenöl
2 Esslöffel Zitronensaft
einen Teelöffel frisch zerstoßenen, schwarzen Pfeffer
1 mittlere Knoblauchzehe
FRISCHES BASILIKUM!! Es hat seinen Grund, daß ich das in Großbuchstaben schreibe und mit Ausrufezeichen versehe

So geht’s

Die Zubereitung ist einfach.
Der Schafskäse wird in kleine mehr oder weniger würfelartige Stücke zerschnitten und zusammen mit dem Olivenöl in einer Schüssel mit der Gabel zu einer Paste zermantscht. Anschließend mengt man den Zitronensaft, die kleingehackte Knoblauchzehe und den Pfeffer unter.
Das Ganze wird solange mit der Gabel bearbeitet, bis eine stückige Paste entstanden ist. Die stücke sollten noch zu spüren sein, aber auch nicht beim Auf-das-Brot-Streichen stören.
Ungefähr so, wie bei Crunchy-Erdnusspaste. Die Konsistenz kann man durch Variieren der Olivenölmenge anpassen. Es ist also schlau, nicht gleich Alles rein zu schütten. Nachgeben geht immer…

Jetzt schmeckt man erstmal ab. Ein ordentlicher Schafskäse sollte genug Salz mitgebracht haben, ansonsten kann man jetzt nachsalzen. Insgesamt sollte ein deutlicher Schafskäsegeschmack mit einem frischen Unterton von Zitrone erreicht sein.

Jetzt wird das, vorher vorsichtig gewaschene und trocken getupfte, FRISCHE Basilikum in feine Streifen geschnitten und unter die Creme gehoben.
Basilikum ist empfindlich und sollte deshalb erst verarbeitet werden, wenn man es wirklich braucht.

Dazu frisches, kurz im Backofen angewärmtes Fladenbrot, einen, einfachen, kräftigen Roten oder vielleicht Retsina und Alles ist gut.

Wer mag, kann die Creme mit allen möglichen Zutaten aufpeppen. Frische Chili bieten sich an, oder Oliven oder vielleicht Kapern. Ich könnte mir auch Radieschen oder Gurkenstreifen vorstellen.
Auch bei den “Beilagen” sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Kurz gebratenes Fleisch, Ofenkartoffeln oder vielleicht ein Stück nicht zu fetter Fisch sind sicher keine schlechte Idee. Man kann die Creme auch in eine Tomate, Paprika oder meinetwegen in den Kopf eines Riesenchampignons fühlen und dann im Ofen überbacken.
Aber das hat dann für mich nix mehr mit Sommerküche für heiße Tage zu tun.

Haut rein!!

Schafskäsecreme - unspektakulär, aber lecker

Ein einfaches Rezept, daß den Vorteil hat, daß ich die Garzeiten so anpassen kann, wie ich das gerade brauche. “Falls es mal wieder länger dauert….”

Das brauche ich dazu:

Pro Person eine Hähnchenbrust, eine Paprika, eine ungesprizte Zitrone, eine Knoblauchzehe, Olivenöl, Salz, Pfeffer, Kräuter nach Gusto, Alufolie zum verpacken.

So geht’s:

Die Hähnchenbrüste von Häuten und Gezaddel säubern und in Öl scharf anbraten, ca. 1min von jeder Seite. Dabei mit Pfeffer und Salz würzen. Die Paprika in Streifen und die gut gewaschene Zitrone in Scheiben schneiden, sowie die Knoblauchzehe schälen. Jetzt die scharf angebratenen Hähnchenbrüste mit den Zitronenscheiben, den Paprikastreifen und der Knoblauchzehe auf die Alufolie packen, mit Olivenöl übergießen und nach Gusto mit Kräutern (Petersilie, Oregano, oder Thymian bieten sich an) würzen. Dann ein schönes Paket aus Allem falten und für ca. 20min in den auf 200° vorgeheizten Backofen schieben.Als Beilage bietet sich Reis an, aber auch ein schönes, frisches Baguette macht dazu Freude.

Sollte sich jetzt abzeichnen, daß das Essen doch später als geplant stattfinden wird, kann man problemlos die Temperatur runterregeln und dadurch die Garzeit verlängern. Mein derzeitiges Maximum liegt bei ca. 45min bei etwa 80°.

Leckeres Hähnchenbrustfilet mit Paprika, Zitrone, Knoblauch und Petersilie

“Du machst deine Rouladen selber? Bist du verrückt? Das ist doch soviel Arbeit!”

So, oder so ähnllich werde ich angegangen, wenn das Gespräch mal wieder um Thema No. 1 kreist und auf Lieblingsgerichte kommt. Jedes Mal antworte ich dasselbe: “Nein, es ist erstaunlich wenig Arbeit. Aber es ist teuer, wenn es anschließend vernünftig schmecken soll und es dauert lange. Aber es ist nicht viel Arbeit!” Und so geht’s….

Zutaten (für 3-4 Personen)

7-8 schöne Rindsrouladen, vom Metzger direkt dünn geschnitten und nicht anschließend platt geprügelt

ca. 300gr gut gewürzten, durchwachsenen Speck. Der darf gerne recht salzig sein, dann brauche ich hinterher nicht soviel nach zu salzen.

Eingelegte Gurken, am liebsten Cornichons

Zwiebeln, in feine Ringe geschnitten. Auch hier gilt, lieber etwas kleinere, da ist die Chance größer, daß sie ausser Schärfe auch noch Geschmack mitbringen.

Senf, bei mir natürlich den Monschauer Senf (Urrezept). Scharfer Düsseldorfer geht auch gut.

Gewürze, als da sind Pfeffer (schwarz), Paprika (scharf), Piment

Für die Sauce brauche ich Gemüsefond, Rotwein und Tomatenwürfel, sowie Knoblauch und noch eine grob geviertelte Zwiebel.

Jetzt kommt das Einzige, was ein wenig Arbeit macht. Den Speck schneide ich in Scheiben. Mit dem Messer wird das nicht so fein, wie beim Metzger auf der Aufschnittmaschine, aber ich finde Schmorgerichte sollten eine gewisse Rustikalität haben. Wer’s nicht mag läßt es halt beim Metzger machen und hat dann noch weniger Arbeit. Außerdem müssen die Zwiebeln in feine Ringe geschitten werden und die Gruken längs in Scheiben. Wieviel davon hängt von der Größe der Rouladen ab. Wenn das erledigt ist, kann das Rouladenbasteln beginnen.

Ich breite die Rindsrouladen auf einem Arbeitsbrett aus, bestreue sie mit schwarzen Pfeffer und bestreiche sie dann großzügig mit Senf. Darauf kommen die Speckstreifen und anschließend die Zwiebelringe und die Gurkenstreifen. Danach wird mit Paprika und Piment bestreut. Es empfiehlt sich am Anfang und am Ende der Roulade etwas Platz zu lassen. Das erleichtert später das Zusammenrollen und ermöglicht es auf Spieße oder Garn zum Verschließen zu verzichten und die Roulade einfach “zu” zu braten. So sieht das dann aus.

Roulade im Bau

Das macht man jetzt für alle Röllchen fertig und hat anschließend einen solchen, hübsch anzusehenden, Teller.

Arbeit erledigt

Damit ist die “Arbeit” dann auch schon erledigt. Jetzt brauche ich einen Schmortopf mit gut schließendem Deckel, in den alle Rouladen bequem nebeneinander reinpassen. In diesem Topf erhitze ich ein einfaches Sonnenblumenöl und brate die Rouladen scharf an. Das heißt, Hitze auf volle Pulle und es spritzt und zischt. Es ist wichtig, sie zuerst an der Nahtstelle anzubraten. Dabei zieht sich das Fleisch zusammen und die Roulade hält (meistens) ohne Hilfsmittel. Wenn sich das Fleisch wieder leicht vom Topfboden löst, werden die Pakete gedreht und so von allen Seiten angebraten. Ist das erledigt, stelle ich die Hitze runter und gieße zu gleichen Teilen Rotwein und Gemüsefond an, bis die Fleischpakete knapp bedeckt sind, eine ganze Knoblauchzehe und die geviertelte Zwiebel dazu. Habe ich noch etwas Speck übrig, kommt der auch mit rein und wenn mir mediterran zumute ist, dann streue ich ein wenig Oregano drüber, Deckel drauf und erst mal vergessen.

Der aufmerksame Leser hat bemerkt, daß bis jetzt noch keinerlei Salz an das Gericht gekommen ist. Wenn der Speck anständig gewürzt ist, ist das auch nicht nötig. Hat man den Verdacht, daß er zur eher gefälligen, geschmacksneutralen, Sorte gehören könnte, so kann man nach dem Anbraten nachsalzen. Tut man es vorher, kann das Fleisch leicht zäh werden und das macht sich auch nach dem Schmoren immer noch bemerkbar — finde ich. Noch ein Wort zu Fond und Wein. Auch hier sollte der Koch eine gute Qualität auswählen. Der Wein muss kein erstes Gewächs sein, aber er sollte von der Art sein, daß ich ihn auch zum Essen trinken möchte. Er bestimmt auch in dieser Phase des Kochens schon ein Stück weit die Richtung , in die das Gericht später gehen wird.  Wer es eher “sauerbratenartig” mag, wird hier einen süßeren Wein wählen. Ich bevorzuge einen anständigen Rioja, auch weil ich den meistens im Hause habe. Auch der Gemüsefond sollte, wenn man ihn nicht selber machen will, von guter Qualität sein. Also bitte kein Fertigpulver aus der Tüte….

Jetzt wird geschmort

In diesem Sud müssen die Rouladen jetzt mindestens 2,5h schmoren. Da lasssen sich keine genauen Angaben machen. Bei mir werden es auch schon mal 3h, aber 4h waren es noch nie.  Da muss der Koch einfach probieren und auch eine Vorstellung haben, wie sie denn werden sollen. Während der Garzeit muss man so ca. alle halbe bis dreiviertel Stunde mal nach den Leckerchen sehen und verkochte Flüssigkeit abwechselnd mit Fond und Wein wieder auffüllen. Mehr ist nicht zu tun.

Wenn die Rouladen fertig geschmort sind, nehme ich sie aus dem Topf und stelle sie beiseite. Die Zwiebel und der Knoblauch haben sich aufgelöst und Geschmack an den Sud abgegeben. Ich koche den Sud auf etwa halbes Volumen ein, gebe eine Dose gehackte Tomaten dazu und schmecke ab. Hier kommt jetzt eventuell auch Salz zum Einsatz. Wenn mir danach ist schlage ich etwas eiskalte Butter unter die Sauce. Die Wampe freut sich und es gibt einen schönen Glanz. Als Beilage geht Alles, was mit Sauce klar kommt, also Pasta, oder Salzkartoffeln oder vielleicht ein schön buttriger Reis. Polenta ist auch eine gute Idee.

Erste Verluste

Natürlich lassen sich Rouladen auch ganz nach Gusto abwandeln; z.B. mit einer Füllung aus Oliven, Kapern, Anchovis und Ziegenkäse. Dann schmore ich sie vielleicht in einem Tomaten-Weißwein-Sud mit Knoblauch. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

Guten Hunger!!

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