So sieht es in unserer Küche nach einem Tag Gebastel und Generve aus.
Schwiegervater musste unbedingt sofort den tropfenden Wasserhahn “in Ordnung” bringen.

Das Ergebnis seines Wütens: Ein nicht benutzbares Spülbecken, ein Abfluss, der jetzt auch repariert werden muss, ein schmollender 80jähriger Greis, ein immer noch tropfender Wasserhahn und — ein höchst amüsierter Grinch.

Besonders getroffen hat den alten Mann, daß ich ihm vorgerechnet habe, WIE sinnlos sein Aktionismus ist – bis jetzt ca. 40€ an Material- und Fahrtkosten, ohne “Arbeitszeit”, gegenüber verschwendetem Wasser für ca. 5€ PRO JAHR.
Und jetzt muss er auch noch Ersatzteile für den Abfluß besorgen und sich damit rumquälen, alles wieder hinzukriegen, weil ich den Mist bestimmt nicht geradebiegen werde.

Wird ihn wohl noch mal ‘nen Hunderter für den Klempner kosten…

Yvonne Mich hat auf ihrem Blog einen Text veröffentlicht, in dem sie ihre Erinnerungen an ihre Oma dem Heute gegenüberstellt. Es ist ein Text, der für mich eine tiefe Zufriedenheit darüber zum Ausdruck bringt, daß trotz aller Veränderung durch das Alter und das Fortschreiten der Zeit, manche Dinge bleiben.
Wie die Schokolade, bei Oma im Schrank….

Mich hat er angeregt, meine Erinnerungen an meine Großmutter zu Papier zu bringen.

Das schlimmste ist der Geruch,
Der allgegenwärtige Geruch nach Desinfektionsmitteln, Raumspray und miesem Kaffee,
der  Geruch von Desinteresse, Hektik und Tod.

Als meine Mutter die Zimmertüre öffnet, verstecke ich mich hinter ihr und komme mir dabei dumm vor.

Staub tanzt im streifigen Licht, daß durch die Jalousien auf einen reglosen Körper fällt.

Schläuche und Kabel führen von Maschinen zu dem Fleisch und von ihm weg zu Beuteln und Flaschen.

Ich bilde mir ein, daß es nach Kot und Urin riecht, als mein Blick auf die entsprechenden Behälter fällt.

Meine Mutter weint, als sie den Körper ihrer Mutter berührt.

“Mama? Mama, ich bin’s…”

Nur das Fleisch der Wangen wabbelt puddingartig herum.
Es ist still im Raum, bis auf das Schluchzen meiner Mutter und das leise Klicken der Apparate.

Eine Schwester kommt herein, wendet den Leib wie eine Schweinehälfte, macht irgendwas an den Schläuchen und zupft an der Decke herum.

Wir nutzen die Gelegenheit, um zu gehen. Ich komme niemehr zurück.

Ihr Grab habe ich nie gesehen.

Hier gibt es einen lesenwerten Artikel, in dem der Autor Paul Scriven rät, daß Freelancer aka Selbstständige entweder zum vollen Preis oder umsonst arbeiten sollten.

Aus der Erfahrung des Handwerkers und sebstständigen Kleinunternehmers, kann ich diesen Ansatz ebenfalls nur empfehlen. Erfahrungsgemäß wollen Leute, die wenig bezahlen tatsächlich meistens dieselbe Leistung haben, wie diejenigen, die den vollen  Preis bezahlen. Sie denken, daß ihnen das zusteht, weil sie cleverer, hartnäckiger oder smarter verhandelt haben, als die Anderen. Diese Attitüde wird ja auch durch die Werbung befeuert.

Als ich noch mit meinem Stand auf Mittelaltermärkten unterwegs war kam noch ein weiteres Phänomen hinzu. Hatte ich einem Kunden, aus welchen Gründen auch immer, einen Rabatt gewährt, so waren einige der Umstehenden plötzlich der Meinung, daß sie Anspruch auf denselben Rabatt hätten oder wollten den schon rabattierten Preis als Ausgangsbasis für neue Verhandlungen nehmen.

Verhandlungen

Ein Schlüsselerlebnis für mich, war dann ein Markt in Freienfels, bei dem ich meine miese Laune an einem besonders unangenehmen Kunden ungehemmt ausgelebt habe. Der Mann vermittelte den Eindruck eines Klischeemilitärs auf Freigang; sehr aufrechte Haltung, abgehackte Sprechweise ohne Höflichkeitsfloskeln. Er wollte immer wieder den Preis drücken und ich habe einfach immer “Nein” gesagt und ihn zum schluß vom Stand verjagt.

Am nächsten Morgen war er wieder da —- und hat, ohne zu verhandeln, den vollen Kaufpreis bezahlt.

Das hat mich endgültig davon überzeugt, mich niemals mehr von Kunden unter Druck setzen zu lassen.

Zutreffend ist auch Scrivens Argument dafür, gelegentlich umsonst zu arbeiten. Wenn der Kunde nichts bezahlt, dann kann er auch keine Forderungen stellen. Er kann Wünsche äußern, aber ICH bestimme, wie weit meine Großzügigkeit geht.

Wie seht ihr das?

Michael

Freitagmorgen, 10.00 Uhr, am 18.06.2010 und in Monschau geht die Straßenbeleuchtung an.
Muss irgendwas mit dem sogenannten “Finsteren Mittelalter” zu tun haben….

Erleuchtung im finsteren Mittelalter

Vielleicht sollte die Stadt aber auch nur einfach mal die Einstellung der Dämmerungsschalter überprüfen.

Tja, also… äh… ich gebe es ja ungern zu, aber auch mich alten Web2.0-Verweigerer, der bisher ohne Facebook gelebt und sein erstes Blog schnell wieder eingestampft hat, hat der Twittervirus erwischt.
Twitter hat etwas von Weltenrettungsdebatten nach zuviel Bier in der Stammkneipe, vermischt mit dem ruhigen Gespräch unter Freunden bei einer guten Flasche Wein.
Das meiste „Gezwitscher“ ist halt genau das, belangloses Gelaber, Statusmeldungen von Leuten, die man eigentlich nicht kennt, Frotzelei und Witzchen.

Aber es gibt auch eine andere Seite und diese besteht darin, dass man vielleicht soweit Kontakt zu „Fremden“ aufbaut, dass es auch zu einem Treffen im richtigen Leben kommt.
Mit ein paar wenigen Leuten aus meiner „Timeline“ ist es tatsächlich soweit gekommen.
Eine mutige, junge Dame aus Aachen, eine Bücherschubserin (Antiquarin), die in der virtuellen Twitterwelt als MissMarple76 auftritt, lud zum Essen in ihr Heim.
So trafen sich an einem schönen Samstagabend 8 neugierige Menschen in Aachen, um gemeinsam um einen großen Tisch zu sitzen, zu essen, zu trinken und geistvolle Gespräche zu führen.
Die Teilnehmer der illustren Runde waren: MissMarple76 – die Hausherrin und Lieferantin eines hervorragenden Essens, die Queenofwhatever, die glasperle, derZeitreiser, die Herren VolkerGoebbels und AndiH und meine Wenigkeit, der Eifelpfeil nebst seiner Lady.
Das Schöne bei solchen Treffen mit Leuten, die man nur aus der virtuellen Welt des Internets kennt, bzw. zu kennen glaubt ist für mich der Abgleich mit der Wirklichkeit.
Da schnitten das Internet und meine Vorstellungen schon bei MissMarples Behausung schlecht ab.
Entgegen der Darstellung von Google Maps wohnt sie nämlich nicht unter einer
Eisenbahnbrücke, sondern in einem schönen, renovierten, klassizistischen Haus in der Aachener „Altstadt“. Die Räume der Wohnung waren tatsächlich höher als breit und gaben dem Ambiente etwas kathedralenmäßiges. Entgegen meiner Vorstellung waren die Wände
nicht mit Bücherregalen voller wertvoller Erstdrucke vollgestellt, sondern einfach weiß getüncht und ansonsten weitgehend frei.

Schon während des Aperitifs, von erschreckend grüner Farbe, aber doch wohlschmeckend, kam erstaunlich schnell ein ungezwungenes Gespräch zustande, dass sich während des Essens fortsetzte.
Das Dreigangmenü war hervorragend und traf zumindest genau meinen Geschmack; ein „herbstliches“ Menü mit Feldsalat als Vorspeise, Hühnerbrust mit Kürbisgemüse und
selbstgemachten Gnocchi (Big Respekt) und zum Abschluss Pfannkuchen mit Cremefüllung.
Für meine Lady und mich endete so gegen 23.00 ein rundum gelungener Abend.
Mir hat dieses Ereignis wieder einmal gezeigt, dass es sich lohnt, überall dem Vernetzungs- und Web2.0-Gerede das richtige Leben nicht zu vergessen.
Wirklich kennen lernen kann man all die „Freunde“ aus dem Internet nämlich nur da, so altmodisch das klingt.
Mich hat der Mut, anders kann ich es nennen, unserer Gastgeberin, sich wildfremde Leute in die Wohnung einzuladen, sehr beeindruckt.
Die Aktion hat sich auf jeden Fall gelohnt. Das zeigt sich schon daran, dass sie in 2010 ihre Fortsetzung bei der Queenofwhatever finden wird.

Noch ein paar Sätze zur Erklärung.
1. bei der kryptischen Zeichenfolge in der Überschrift (#ibkmf01) handelt es sich um
eine Abkürzung und einen sogenannten Hashtag. Er bedeutet: „Ich bekoche meine Follower“ und dient dazu, die diesbezüglichen Posts in der Twittertimeline schneller zu finden.
2. Auch wenn es sich von selbst verstehen sollte, nenne ich hier natürlich keine Klarnamen oder Adressen. Wenn sich jemand für die Teilnehmer interessiert möge er sich bei Twitter anmelden und nach ihnen suchen.

So long

Damion

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