Reenactmentmesse in der Villa Borg – eine Nachlese

Am 02. & 03.April fand in der Villa Borg im Saarland die erste internationale Reenactmentmesse in Deutschland, IRM, statt.

Die Villa Borg

Ausblick aus dem Eingang des Empfangssaales

Die IRM war dabei ausdrücklich angetreten sich von den üblichen Mittelaltermärkten und -festen zu unterscheiden.
Sie wollte eine Informations- und Kontaktbörse für die „Living History“-Szene in Deutschland  und wie es Marcel Schwarzenberger von Chronico in seinem Artikel ausgedrückt hat „Laufsteg für Historisches Handwerk“ sein.
Sie sollte die Möglichkeit zum Austausch untereinander bieten und auch den Verantwortlichen von Museen und Kulturveranstaltungen die Leistungsfähigkeit und das Fachwissen der Handwerker zeigen.

Bronzeguss vom Feinsten

Absolut geile Replikate von Martin Becker

Diesem Anspruch ist die Veranstaltung meiner Meinung nach vollständig gerecht geworden.
Ob Markus Gruner mit seinen Replikaten aus Bronzeguss und Email, oder Marled Mader mit handgewebten und pflanzengefärbten Stoffen, Martin Becker mit seinen maßgenauen und nicht zuletzt bildschönen Replikaten von römischen und germanischen Klingen und Werkzeugen, oder all die anderen Fachleute, die ich hier nicht namentlich aufzählen kann, sie alle gehörten ohne Frage zu den Besten ihres Fachs.

Schildrohlinge mit Leinen- oder Rohhautbespannung in bester Qualität

Ich habe selten so viele Könner auf einem Haufen gesehen.
Wer genau wissen will, wer alles da war, kann hier die Liste der Aussteller einsehen. Dort gibt es Links zu den Seiten der Teilnehmer.
Diese Qualität wurde auch vom Publikum gewürdigt.
Im Publikum lag auch für mich einer der größten und vor allem angenehmsten Unterschiede zu gängigen Märkten auf die ich ja schon länger keine Lust mehr habe.

Extra von der Isle of Man angereist....

Da die Veranstaltung ausdrücklich als Messe mit klar definierter Zielsetzung und Zeitstellung (Steinzeit bis römische Spätantike) beworben wurde, waren fast ausschließlich interessierte und fachkundige Besucher dort.
Das schwarz gekleidete Volk fehlte fast völlig und so blieben mir „Gespräche“ über Esoterikquatsch erspart und auch von penetranten Besserwissern mit gesunder Viertelbildung bin ich verschont geblieben.
Das machte sich wohl auch generell im Umgang mit den Besuchern bemerkbar. Ich bin immer wieder begeistert darauf angesprochen worden, wie freundlich, geduldig und kompetent die Aussteller Fragen beantwortet haben.

Zufriedenes Publikum mit zufriedenem Aussteller

Location und Orga taten ein Übriges dazu, daß die IRM 2011 mir sehr positiv in Erinnerung bleiben wird.
Wann habe ich schon mal Gelegenheit meine Bögen und Pfeile in einer aufwändig restaurierten römischen Villa zu präsentieren?

Meine Lady an unserem Stand im Empfangssaal

Irgendwann werde ich da auch die Bäder mal ausprobieren und die spätrömische Dekadenz erschnuppern, von denen unsere Polithansel des Öfteren schwafeln.
Der Orga rund um Frank Wiesenberg und Bettina Birkenhagen kann ich auch nur ein Lob aussprechen.
Alles, was im Vorfeld abgesprochen war (Standgröße und -ort, Ausleihe von Tischen und Stühlen) hat problemlos funktioniert und ich habe mich in der Villa rundum wohl gefühlt.
Die Veranstaltung hätte auf jeden Fall ein größeres Publikumsinteresse verdient gehabt.

Absolut überflüssiger Regen am Sonntag

Der Regen, der ab Sonntagmittag einsetzte, hat da sicher viele Besucher ferngehalten.
Um so mehr freut es mich, daß jetzt schon feststeht, daß es auch 2012 eine IRM in der Villa Borg geben wird an der ich gerne wieder teilnehmen würde. Sobald da der genaue Termin feststeht, werde ich berichten.

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5 Kommentare zu Reenactmentmesse in der Villa Borg – eine Nachlese

  1. Yvonne Mich sagt:

    Das kann ich nur bestätigen. Ich gehörte zwar nicht zum Fachpublikum, war aber absolut begeistert über die Vielfalt der Handwerke und Künste, die dort vorgestellt wurden.
    Mit welcher Ausführlichkeit Fragen beantwortet wurden und wie bereitwillig die verschiedensten Techniken erläutert wurden war beeindruckend.

  2. Pingback: Geschenke | Damions Welt

  3. Hallo,
    is das nun tatsächlich „nur“ eine Kontaktbörse für die Experten, oder gibts auch ein Drum-Rum-Programm? Eher Handel oder auch Wissenschaft?
    LG, Martina

    • admin sagt:

      Hallo Martina

      Die IRM versteht sich ausdrücklich als Messe und nicht als Mittelaltermarkt. Sie will eine Art „Laufsteg“ für Handwerker und Darsteller sein, die sich der experimentellen Archäologie, Handwerk und Geschichtsdarstellung auf Grundlage des Standes von Wissenschaft und Forschung widmen. Jeder der Aussteller auf der IRM 2011 konnte dezidiert darlegen auf welcher Grundlage er seine Stücke und seine Darstellung gefertigt hat. Ziel der IRM ist unter anderem diese Leute mit Museen und Forschungseinrichtungen in Kontakt zu bringen und sie untereinander zu vernetzen.
      2012 hat die IRM ihren Zeitrahmen von der Antike auf das Frühmittelalter erweitert.Ich habe es ja leider nicht auf die IRM geschafft und kann deshalb nichts dazu sagen, wie sich die Erweiterung der Zeitstellung ausgewirkt hat.
      Wenn du mehr wissen willst wende dich an Frank Wiesenberg vom Römischen Vicus – info@roemischer-vicus.de. Der ist einer der Organisatoren der IRM.

  4. Pingback: Reenactmentmesse 2013 | Damions Welt

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