Für alle Fälle Kincaid (Shadowrun)

Shadowrun

Sam Spade in der dystopischen Welt von Shadowrun – das ist der Eindruck, den Russell Zimmermans Roman bei mir sofort erzeugt hat.

In Seattles miesestem Viertel, Puyallup, arbeitet der Privatermittler Jimmy Kincaid für (beinahe) Jeden, der in bezahlt.
Er wurde in diesem Stadtteil geboren und kehrte hierhin zurück, nachdem er bei einem Einsatz als Kampfmagier für Knight Errant beinahe völlig ausbrannte und seine Magie fast komplett verlor.
Jetzt lebt und arbeitet er als Privatdetektiv in einem komplizierten und fragilen Geflecht aus Beziehungen und Gefälligkeiten und benutzt die Reste seiner Magie und die Headware, die ihm sein ehemaliger Auftraggeber spendiert hat, um sich einen kleinen Vorteil auf den Straßen von Seattle zu verschaffen.
Sein Leben gerät richtig aus den Fugen, als er beauftragt wird, den Tod seines alten Mentors zu untersuchen. 
Er muss sich dem alten Schrecken stellen, der ihn damals seiner Magie beraubte und ihn in dieses Leben zwang. Jetzt braucht er jeden Freund und jeden letzten Rest Magie, der ihm noch geblieben ist…

Der Eindruck, sich in einer „Hardboiled Novel“ zu befinden, bleibt durch den ganzen Roman hindurch bestehen. 
Er entsteht durch die lakonische Sprache des „Helden“ und durch seine höchst pragmatische Sicht auf sein Leben. 
Er macht Deals und Kompromisse, wo immer es zielführend erscheint und erkennt dabei nur seinen eigenen Ehrenkodex an.
Mir hat die Geschichte bis zum Ende viel Spaß gemacht, obwohl mir in der Schlussszene ein wenig zuviel „Deus ex Machina“ bemüht wurde.

Ich gebe dem Roman 3 von 5 Sterne

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