Ein neuer alter Laptop für den Grynch

In diesem Artikel versuche ich 2 Fliegen mit einer Klappe zu erschlagen.
1. Ein kurzes Review meiner Erfahrungen mit dem Toshiba Satellite Click Mini unter Windows 8.1
2. Meine bisherigen Erfahrungen mit einem gebrauchten Lenovo R500 unter Ubuntu 16.04

Dieser Text reiht sich in die Folge von Artikeln zum Thema „Techdowngrade“ ein. Ich hatte diese Reihe nicht geplant und ich wollte auch nie bewußt meine technische Infrastruktur zurückstufen. Es hat sich einfach so ergeben.

Als erstes zeigte sich, daß die, nach langem Nachdenken endlich erworbene Einsteigerspiegelreflexkamera (Canon Eos 1100D), einfach nix für mich war. Zu groß, zu unhandlich, ich habe sie zum Schluß nicht mal mehr mitgenommen und dann wieder verkauft.
Dann hat mich mein treues und heißgeliebtes Samsung Galaxy Note N7000 nach mehreren Reparaturen endgültig verlassen. Das Nachdenken darüber was ein Ersatzgerät können müsste und was ich dafür ausgeben wollte, führte zur Anschaffung eines billigen Odys Slate X55.
Als krönender Abschluß des Techniksterbens, verendete dann nach 4 Jahren treuer Dienste auch noch mein Laptop, ein Lenovo N500.

Ich behalf mir einige Wochen mit dem Handy, aber es war recht schnell klar, daß ich auf Dauer irgendeine Art von Computer brauchen würde, wenn ich nicht endgültig wahnsinnig werden wollte.
Allerdings hatte ich nicht allzuviel Geld zur Verfügung und sowieso inzwischen ein Mindset entwickelt, möglichst wenig Geld für Computerinfrastruktur auszugeben und mir genau zu überlegen, was meine Hardware wirklich können muss.
Als dann ein Abverkauf im real und Personalrabatt zusammenkamen, hab ich mich da umgesehen und bin recht schnell an dem Toshibagerät hängen geblieben, weil
– es das einzige Gerät mit 2GB RAM im Angebot war.
– es das einzige Gerät mit einer richtigen Tastatur war.
– es mit einem Preis von 140€ erschwinglich war.

Als ich es dann zu Hause hatte, machten sich mit der ersten Begeisterung auch direkt ein paar Bedenken breit.

Ich hatte jahrelang kein Windows mehr benutzt und auf dem Gerät war ausgerechnet ein Windows 8.1 vorinstalliert.
Die Windowsversion, über die im Netz eigentlich nur geschimpft und gewettert wurde und eine schnelle Googlesuche ergab, daß es scheinbar keine einfache und für mich praktikable Möglichkeit gibt, ein Linux auf das Gerät zu installieren.
Also Zähne zusammengebissen und durch!
Nach den üblichen Anfangsschmerzen, die ich mit jedem fremden oder fremd gewordenen Betriebssystem hatte – Wo ist das jetzt schon wieder? Wieso Neustart? Warum läuft das verdammte WLAN nicht? – war es aber gar nicht so schlimm.


Gute Freunde sind Windows 8.1 und ich zwar nicht geworden, aber wir haben uns arrangiert.
Die Hardware, die im Toshiba Satellite Mini Click verbaut ist, hat mich dagegen nicht enttäuscht. 2GB Arbeitsspeicher und der verbaute Flashspeicher machen das Dingelchen ausreichend schnell für Alles, was ich damit tun will, also Mail, Office und Internet.
Besonders gefällt mir, daß in dem Gerät 2 Akkus verbaut sind. So hat man, wenn man mit dem kompletten Teil, Touchscreen mit angeklickter Tastatur, eine sehr schön lange Akkulaufzeit. Die beworbenen 12 Stunden habe ich zwar bei meiner Nutzung nicht erreicht, aber so um die 10,5 – 11 Stunden sind schon drin. Ladezeiten waren bisher noch nie ein Problem. Über Nacht war die Akkus immer wieder voll geladen.
Ebenfalls sehr nett finde ich, daß man Tablet und Tastatur getrennt mit Speichererweiterungen ausstatten kann; im Tablet / Touchscreen per MicroSD-Karte im Tastaturteil entweder per SD-karte oder per MicroSD-Karte im Adapter, jeweils bis maximal 128GB. So erhält man, zusätzlich zu den verbauten 32GB Flashspeicher, noch einmal maximal 256GB Speicher. Das reicht dann auch für größere Datenmengen.
Die verbaute 8 Megapixelkamera macht ordentliche Schnappschüsse, die für eine Dokumentation völlig ausreichen und die Tastatur hat meine Grobmotoorikerfinger bisher auch überlebt. Wegen der flachen Bauweise des ganzen Maschinchens hat sie nur einen geringen Hub, aber da habe ich mich schnell dran gewöhnt.

Es blieben allerdings dann doch ein paar unübersehbare Nachteile, die mich letztendlich dazu getrieben haben, mich doch wieder nach einem richtigen Laptop umzusehen.
1. Das Toshiba Satellite Click mini hat nur einen „richtigen“ USB-Port und der scheint ein wenig unterpowert zu sein. (Ich habe nicht nachgemessen)
Jedenfalls ist es nicht möglich mehrere USB-Geräte gleichzeitig über einen passiven Minihub zu betreiben; zumindest dann nicht, wenn mindestens eins der Geräte den Strom aus dem USB-Port bezieht. In meinem Fall war das der Scanner (Canon Lide100). Das macht jede Art von Papierkram, zum Beispiel für die Steuer, ziemlich nervig.
2. Auf die Dauer war der kleine Bildschirm (8,9″) für meine alten Augen doch ziemlich anstrengend. Mal eine Email schreiben oder ein oder zwei Videos gucken war kein Problem. Aber den ganzen Tag an Webseiten rumfummeln und dabei auf so einen kleinen Screen starren, das war schon sehr anstrengend.
3. Mir fehlt das optische Laufwerk. Ja, ich weiß, total oldschool und von gestern, aber ich habe nun mal jede Menge Zeug auf Silberlingen vorliegen und im Moment absolut keine Lust, alles auf eine Cloudlösung umzustricken.

Damit kommen wir zu Teil zwei dieses Artikels; der neue alte Laptop.

Endgültig auf die Spur gesetzt, mich nach einem Gebrauchtgerät umzuschauen, hat mich mein Freund Karl-Heinz. Der erzählte irgendwann begeistert von dem gebrauchten ThinkPad, das er für seine Tochter bei Amazon gekauft hatte.
Ein aufbereitetes Gerät mit allem Zipp und Zapp, sauber, mit ein paar oberflächlichen Kratzern für 249€. Windows 7 Pro (64bit) war sogar schon vorinstalliert und lief einwandfrei.
Als ich das gehört hatte, machte ich mich ernsthaft auf die Suche, um mir ebenfalls einen gebrauchten „richtigen“ Laptop zuzulegen.
Die Geräte bei Amazon waren leider ausverkauft, sonst hätte ich da wahrscheinlich sofort zugeschlagen.
Es sollte auch unbedingt ein Lenovo sein, weil ich aus meiner Erfahrung mit anderen Laptops dieser Marke wusste, daß sie ziemlich problemlos unter Ubuntu oder Linux Mint laufen. Vor allem das WLAN funktioniert normalerweise out of the box.

Nach ein paar Wochen unentschlossener Sucherei bei verschiedenen Onlinehändlern stolperte ich bei eBay über ein Angebot, bei dem erst einmal alle Warnleuchten bei mir angingen.
Ein ThinkPad R500 in optisch sehr gutem Zustand, 4GB RAM, 320GB Festplatte, DVD-Brenner inklusive Netzteil und 2 Akkus mit jeweils noch etwa 2 Stunden Kapazität zum absoluten Kampfpreis. die Auktion sollte noch 25min laufen.
Ich habe dann doch nochmals drüber nachgedacht, mir ein Limit gesetzt und 10 Sekunden vor Schluß geboten.
Und siehe da, ich war stolzer Besitzer des angebotenen Laptops.


Seit 10 Tagen verschönert jetzt das Thinkpad R500 meinen Schreibtisch und ich bin fast rundum zufrieden.
Das Gerät kam gut verpackt hier an und ist tatsächlich in dem einwandfreien Zustand, wie es die Anzeige suggerierte.
Es war ein Windows 10pro (64bit) vorinstalliert, aber nicht aktiviert. So konnte ich die Funktionen testen, bevor ich mein Linux installierte. 


Das klappte genau so anstandslos, wie ich es erwartet hatte. Lediglich der Fingerabdruckscanner wird nicht erkannt, wäre aber mit ein paar einfachen Hacks in Betrieb zu nehmen. Ich sehe aber keinen Vorteil gegenüber der Passwortlösung und erspare mir deshalb diesen Aufwand.  
Mich stört auch das Gewicht von fast 3Kg nicht, da ich das Gerät ja als Dektopersatz betreibe und nicht durch die Gegend tragen will. Davon abgesehen, ist das relativ hohe Gewicht einer sehr stabilen Bauweise geschuldet und das ist etwas, was ich nur gutheißen kann. Ich habe mir noch für 12€ eine Minidockingstation geleistet. Durch sie wird das Gerät etwas angewinkelt, was das Schreiben angenehmer macht und ich bekomme unter anderem noch 4 USB-Ports dazu.
Die USB-Anschlüsse sind auch die einzige Enttäuschung bis jetzt. Auch sie scheinen etwas zu wenig Saft zu liefern. Mein Scanner wird zwar erkannt, kann aber nicht gestartet werden. Ich werde nicht umhin kommen, mir einen einen USB-Hub mit eigenem Netzteil zu besorgen, um den Scanner daran zu betreiben.

Zum Schluß noch der Preis – Ich habe für den Laptop 84€ + 7€ Versand bezahlt. Da investiere ich gerne noch 30€ in einen aktiven Hub.
Vielleicht gönne ich mir irgendwann auch noch den maximalen Speicherausbau auf 8GB und eine SSD und habe dann den schnellsten Rechner ever in der Grynchhöhle.

Die technischen Daten zum Toshiba findet ihr hier.
Näheres zum Lenovo R500 findet sich hier.

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