Selbstausbeutung und Selbstzerstörung in der Selbständigkeit

Ein Gespräch auf Twitter brachte mich mal wieder zum Nachdenken über das Thema „Selbständigkeit“.

Ausgangspunkt war die Beobachtung, daß einige Selbständige sich bis ins Krankenhaus hinein verausgaben und dennoch kaum den Kopf über Wasser halten können.

Liebe Leute!
Wenn ihr in einer Situation steckt, in der ihr STÄNDIG über eure Kapazitäten belastet werdet UND kaum über die Runden kommt, dann ist euer Business keins. Dann ist es eine Selbsttäuschung.

Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten.
Entweder ihr arbeitet euch den Arsch ab und kommt auf keinen grünen Zweig. Dann siehe oben……
Oder ihr arbeitet euch den Arsch ab und euer Kontostand zeigt nach oben.
Dann solltet ihr rechtzeitig – vor dem ersten Kollaps – überlegen, Arbeiten nach außen zu vergeben (Buchhaltung….) oder jemanden einzustellen.
Denn wenn ihr zusammenklappt ist euer Business und damit eure Existenz, eventuell für immer, am Ende.
Kunden sind relativ schnell davon überzeugt, daß ihr nicht belastbar, unzuverlässig oder unwillig seid, wenn ihr aus gesundheitlichen Gründen mal für ein paar Monate ausfallt.

Was Punkt eins angeht, so hilft es auch nicht, sich die Situation schön zu reden oder Ausflüchte zu finden.
Allein erziehend ohne Unterstützung ist halt nicht die richtige Ausgangsposition für den Sprung ins eiskalte Wasser der Selbständigkeit. Lieber erst mal die private / familiäre Situation sortieren und „verbessern“ UND DANN den Schritt machen.
„Sich am Markt etablieren müssen“ ist nicht wirklich eine Rechtfertigung für dauernde Überbelastung der eigenen Kräfte. Das macht nur Sinn, wenn man sich eine Deadline setzt und die dann auch einhält. Also, bis zum Datum X muss Dieses und Jenes erreicht sein, sonst lass ich es. Das ist ungeheuer schwierig, weil das eigene Geschäft natürlich auch meistens eine Herzensangelegenheit ist. Darum ist es so wichtig, solche Vereinbarungen mit sich selber zu treffen und auch einzuhalten. Sonst ist man schnell ein Wrack ohne Chance auf einen Neustart, weil man alle Ressourcen verpulvert hat.

Nochmal – Das bis jetzt Gesagte gilt für einen „Dauerzustand“.
In jedem Gewerk gibt es Zeiten, in denen man MAL ranklotzen muss. Aber sie sollten die Ausnahme sein.

Eine weitere Falle in die man schnell laufen kann ist Netzwerken und Social Media.
Ich weiß genau, wo von ich hier rede…..
Beides kann unglaublich viel Zeit fressen und oft ist der Gewinn bestenfalls fraglich.
Ich rede jetzt nur vom Business. Was ihr privat treibt ist eure Sache.
Aber Aktivitäten, die dem Geschäft dienen sollen, gehören auf den Prüfstand gestellt und nach möglichst objektiven Kriterien – Geld böte sich hier an – bewertet. Das führt dann manchmal zu unangenehmen Wahrheiten. Beispielsweise werde ich 2017 nicht mehr an einer Veranstaltung teilnehmen, die ich 2015 /2016 sehr gerne besucht habe. Aber ehrlicherweise muss ich gestehen, daß ich bei schönem Wetter und Rückenwind von Süden so gerade mit Null da rauskomme. Und da sind Folgeaufträge, die aus der Teilnahme als Aussteller resultieren schon eingerechnet.
Es lohnt sich also nicht!

Das sind auch die einzigen Tipps, die ich geben kann.
Setzt euch Deadlines und haltet euch dran!
Nehmt euch zu einem bestimmten Zeitpunkt Zeit, um eure Aktivitäten möglichst objektiv zu bewerten. Es hilft, wenn ihr euch jemanden dazu holt, dem ihr vertraut und der euer Geschäft zumindest ein bißchen kennt. So jemand kann euch auf Schönfärberei und „Vergessenes“ aufmerksam machen.

In diesem Sinne
PASST AUF EUCH AUF!

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