„Das ist hoffentlich nur für den Übergang!“

Wibke Ladwig hat zu einer Blogparade unter dem Titel „Und was machen Sie so beruflich?“ aufgerufen.
Als ich davon hörte, fiel mehr als Erstes der Satz ein, der die Überschrift dieses Artikels bildet.
Als ich mich entschieden habe, mich selbständig zu machen, bekam ich ihn von allen Seiten zu hören; von der näheren und weiteren Verwandschaft, von Bekannten und auch von Leuten, mit denen ich eigentlich gar nix zu tun hatte, die sich ungefragt einmischten.
Sie alle fanden, gemeinsam mit einem Kumpel eine Werkstatt für traditionellen Bogen- und Pfeilbau zu betreiben, sei ein nettes Projekt …… bis ich wieder einen richtigen Job hätte. Das könne nicht allzu lange dauern. Schließlich habe ich ja „was Richtiges“ gelernt.

Ich habe
– Abitur
– 2 Semester Physik studiert  probiert
– eine Ausbildung als Stahlbauschlosser und Schmied
– eine Ausbildung als Maschinenbautechniker
– eine Ausbildereignungsprüfung der IHK erfolgreich absolviert
– eine Ausbildung als Qualitätsmanager der DGQ
– immer noch keinen „richtigen Beruf“

Die Werkstatt in der Altstadt von Monschau gibt es immer noch. Inzwischen betreibe ich sie alleine.

Ich bin
– Handwerker, der für seine Kunden Pfeile und Bögen nach ihren Wünschen fertigt
– Erklärbär und Vorturner, der in Kursen und Seminaren großen und kleinen Kindern zeigt wie man Bögen und Pfeile selber bauen kann
– Gelegenheitsautor in verschiedenen Fachzeitschriften
– Entertainer, der gemeinsam mit Freunden auf verschiedensten Feiern die Leute mit Bogenschießen bespaßt
– Mitarbeiter bei einigen experimentalarchäologischen Projekten

All das macht mir großen Spaß und die Bedenkenträger aus Verwandschaft und Bekanntschaft können immer noch nicht verstehen, warum ich mir keinen „richtigen Job“ suche.

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