Der Grinch musste ja den letzten Samstag zumindest teilweise bei Globetrotter in Köln verbringen. Die Lady wollte es so und wer bin ich, daß ich es wage, mich zu weigern.
Entgegen aller grinchigen Erwartungen – “Samstagmittags mit dem Auto in die Kölner Innenstadt?? Bist du völlig bescheuert,oder was?”- war es ganz lustig in Deutschlands größtem Outdoorkaufhaus.

Neben Spielereien in der Kältekammer und Schwindelanfällen am Quallenaquarium hat der Besuch Neuzuwachs für die Grinchbibliothek gebracht.

Der “BLV Naturführer Translunarien” ist ein liebevoll gemachtes Nonsensbuch, voller unmöglicher Mistviecher und Mutationen. Dabei bleibt es ganz dem Stil und der Ernsthaftigkeit der echten Naturführer aus dem Hause BLV verpflichtet.

Translunarien

Jedes der vorgestellten Phantasietiere wird sorgfältig, sortiert nach einem revolutionären neuen Größenbestimmungssystem -kleiner als ein Reh, größer als ein Hase – im Buch beschrieben, mit detailierten Angaben zu Aussehen, Lebensraum und Lebensweise, sowie der Beschreibung biologischer Besonderheiten.

Fladenfrosch

Mein persönlicher Liebling ist der Löse, der “sich nur durch seine leuchtend weißen Nagezähne von einem Löwen unterscheidet”

loese u

Löse

Aber auch viecher, wie der Panzerhase, die Blumenratte, der Fladenfrosch oder die Schleudernase, haben den Grinch zu brüllendem Gelächter und dem Kauf dieses Druckerzeugnisses animiert.

Ein toller Spaß!!

Zur Zeit bin ich (mal wieder) im MMPRH-Modus, im MassivMultiParallelReadingHabit-Modus.

Neben dem Bett liegt “Die weisse Göttin” von Robert von Ranke-Graves. Der Autor gilt als einer der Väter des Paganismus und beschäftigt sich in diesem Buch mit der Analyse der poetischen Sprache in den Mythen Europas.

Anfänge des Paganismus

Auf dem Schreibtisch lümmelt “Underground Economy” von Sudhir Venkatesh einträchtig neben einem Artikel über die Bögen der Saami herum.

“Der Schatten Gottes” von Greg Keyes fristet sein Dasein derzeit in meinem Daybag, als Lektüre für unterwegs und die Pausen in der Werkstatt. Es ist der vierte und letzte Band aus dem Zyklus “Der Bund der Alchemisten”. Bin gespannt, wie der Autor die Vernichtung der Welt verhindern will…

Alchemisten und Soziologen friedlich beieinander

Heute hat mir der Postbote dann auch noch das “Golden Bough” von James G. Frazer gebracht. Auch er beschäftigt sich mit den Wurzeln von Religion, Folklore und Mythos.

Golden Bough in einer Ausgabe von 1981

Robert von Ranke-Graves bezieht sich in seiner “Weissen Göttin” häufig auf dieses Buch. Das Antiquariat von Michael Solder (siehe meine Linkliste) konnte mir ein preisgünstiges Exemplar beschaffen.
Meinen Dank dafür!

Mir wird also in der nächsten Zeit nicht langweilig werden…..

Klappentext: Das Spiel gehört zum Leben, es kann heiter oder tragisch sein – und wir sollten seine Regeln kennen und verstehen. Die Spieltheorie findet in immer weiteren Bereichen unseres Lebens Grundmuster, die uns dabei helfen. Pierre Basieux schreitet in diesem Essay von populären Spielen wie Poker und Roulette fort zum kreativen Spiel um unser gesellschaftliches Überleben, zum innovativen Spiel mit unseren Ideen und zum existenziellen Spiel auf der Suche nach Sinn.

Die Welt als Spiel - Spieltheorie in Gesellschaft, Wirtschaft und Natur

Ich war ausgesprochen skeptisch, als mich ein Freund immer wieder auf dieses Taschenbuch hinwies, denn Mathematik ist nun wirklich nicht meine Lieblingsbeschäftigung.  Andererseits finde ich es reizvoll, darüber nachzudenken und auszuprobieren, wie wir so “ticken”. Also habe ich mich dann doch irgendwann auf das Buch eingelassen.

Eins direkt vorneweg: Die Mathematik hält sich sehr in Grenzen. Den Integralhelm braucht man nicht aufzusetzen….

Das Buch beginnt mit klassischen Beispielen. Münzwurf, Poker, Roulett, aber auch Gefangenendilemma und Ultimatumspiel sind die Beispiele an denen Erkenntisse der Spieltheorie, Kombinatorik und Wahrscheinlichkeitsrechnung veranschaulicht werden. Im weiteren Verlauf werden diese Ergebnisse aus der reinen “Spielwelt” auf Situationen im “richtigen” Leben und von da aus auf gesellschaftliche Probleme und Herausforderungen übertragen. In einem letzten Kapitel werden dann die großen Fragen des Lebens untersucht; beispielsweise “Was ist Leben?” “Was ist Religiosität?” “Wie verhält es sich mit Dogmen aller Art?”

So wird das “Ultimatumspiel” – Eine Geldsumme soll an 2 Spieler verteilt werden. Es gelten folgende Regeln: Spieler A muss Spieler B ein Angebot machen bei dem A mehr bekommt als B. Wenn B ablehnt bekommen beide Spieler nichts. Es gibt nur einen Versuch und es wird nicht verhandelt – auf Verhandlungen zwischen Unternehmen, oder auf den Aktienmarkt übertragen. Unser Verhalten dabei, ist ein Beispiel dafür, daß wir bei weitem nicht so rational handeln, wie wir in solchen Situationen gerne behaupten.

Mehr Mathe braucht man nicht

Für mich selber war es sehr befriedigend zu erfahren, daß mein Motto nach dem ich mein Leben ausrichte, oder mich zumindest bemühe es auszurichten, Sinn macht und das es auch mathematisch zu verifizieren ist. “Wie du mir, so ich dir” (Tit for Tat) erweist sich in allen unendlichen ( “unendlich” meint hier unverhersehbare, zufällige Spieldauer) Simulationen als überlegene Strategie — obwohl sie nie den größtmöglichen Gewinn in einem Einzelkampf liefert. Aber sie liefert eben immer einen gewissen Gewinn in JEDEM Kampf und nie den maximalen Verlust.

Ein weiterer wichtiger Gedanke, der sich durch das ganze Buch zieht, ist die feste Überzeugung des Autors, daß Mathematik keine Lösungen liefert. Sie kann aber immer, auch in Bereichen, die wir üblicherweise für irrational und unwissenschaftlich halten,  Wege zu einer Lösung aufzeigen.

Man merkt, finde ich, dem ganzen Buch an, daß es jemand geschrieben hat, der sein Thema beherrscht. Deshalb ist er in der Lage auch komplizierte Sachverhalte für Laien verständlich darzustellen, ohne schulmeisterlich zu wirken oder grob zu vereinfachen. Außerdem ist er so souverän, daß er die Leistung anderer auf seinem Gebiet freimütig anerkennen und sie vollständig nennen kann, ohne daß ihm ein Zacken aus der Krone bricht. Das schlägt sich in einer sehr ausführlichen Liste mit weiterführender Literatur in jeder “Preisklasse”  am Ende des Buches nieder. Nicht zuletzt spürt man meiner Meinung nach, daß Herr Basieux selber ein Zocker ist. Kein Mensch, der “gerne spielt”, sondern ein echter, harter Zocker. Er hat es nur gut unter Kontrolle. Man merkt es aber seinen Beschreibungen an, wenn es um Roulettsysteme oder Lottoquoten geht.

Ich habe an dem Buch meinen Spaß gehabt und empfehle es vobehaltlos weiter, an all die, die auch mal ein wenig hinter die Kulissen der Welt schauen wollen.

Angeregt durch verschiedene Blogartikel und YouTube-Videos habe ich angefangen mich für das Fantasygenre des Steampunk zu interessieren. Wie bei mir üblich, wenn ich mich einem neuen Thema annähere wurden also zuerst mal Bücher besorgt; in diesem Fall die ersten 3 Bände der Reihe “Der Bund der Alchemisten” von Greg Keyes.

In der Welt, die Grundlage des Romanzyklus ist, hat Isaac Newton nicht ds Gesetz der Gravitation und die Bewegungsgesetze entdeckt, sondern das Quecksilber der Weisen und damit die Alchemie zu beherrschenden Wissenschaft gemacht. Allerdings öffnet die fortgesetzte und immer intensivere Nutzung der Alchemie auch die Pforten zu einer anderen Dimension und die Wesenheiten dort sind der Menschheit nicht unbedingt freundlich gesinnt.

Als Frankreich im Krieg gegen England die Alchemie nutzt, um einen Kometen auf London zu stürzen und die Engländer dadurch endgültig in die Knie zu zwingen, öffnen sich die Pforten zwischen unserer Welt und der der Malakim noch weiter….

Mich fasziniert die Geschichte um eine alternative Realität . Es macht großen Spaß den Charakteren, die man zu einem Gutteil aus dem Geschichtsuntericht kennt in diese Alternativrealität zu folgen. Benjamin Franklin, als Lehrling von Isaac Newton, der große Mathematiker und Astronom als Alchemist und Esoteriker, Voltaire und Captain Blackbeard und all die Anderen sind sorgfältig ausgearbeitet und nie nur holzschnittartig gut oder böse. Inzwischen bin ich in der Mitte des zweiten Bandes angekommen und habe mich bisher noch nicht gelangweilt.

Der Bund der Alchemisten

Die Taschenbücher kommen in der bei Blanvalet üblichen Ausstattung, mit geprägten Einbänden daher und sind jeweils etwa 550 Seiten stark.

Das verspricht noch eine Weile ungetrübtes Lesevergnügen.

In letzter Zeit ertappe ich mich immer häufiger dabei, an irgendwelchen Aktionen aus der Blogwelt teilzunehmen.

Dieses Mal ist es eine Bücherrundreise. Das ist eine ganz einfache, aber wie ich finde, tolle Sache.

Jemand packt ein Paket mit Büchern aus seinem Bücherschrank und verschickt es.

Ein Buecherregal fuer die Reise...

Der Empfänger darf sich ein paar Bücher aus dem Paket nehmen und muss sie durch genauso viele Bücher aus seinem Bücherschrank ersetzen. Dann schickt er das Paket an den Nächsten auf der Liste, wo sich das Spielchen wiederholt.

Die Aktion, an der ich teilnehme, nimmt ihren Anfang auf Claudias Blog. Ich bin schon sehr gespannt, was da auf mich zukommt.

Michael

Ich habe 2009 bei der Adventskalenderverlosung der Buchkolumne mitgemacht und das Buch “Organisieren Sie noch oder leben Sie schon” von Cordula Nussbaum gewonnen. Ich hatte mir dieses Buch gewünscht und habe mich dem entsprechend sehr über den Gewinn gefreut.

Chaos

Zeitmanagement für kreative Chaoten

Der Einstieg in das Thema fällt sehr leicht, da im Buch viel mit Beispielen gearbeitet wird. Was mir persönlich nicht so gut gefallen hat ist die mantrahafte Wiederholung, daß man als Chaot so ist, wie man ist und sich nicht zwanghaft zu ändern braucht. Das ist ja in Grenzen richtig, aber man muss es nicht ständig wiederholen.

Höhepunkt des ersten Teils des Buches, in dem der kreative Chaot definiert und beschrieben wird ist ein Selbsttest, der zeigen soll, wo man selber steht, in dem Spannungsfeld zwischen logischem Ordner und creativem Chaoten. bei mir führte dieser Test zu einer großen Überraschung, bescheinigte er mir doch, weitgehend zum logisch-ordnenden Typ zu gehören. Mein Selbstbild sagt da was anderes…..

Natürlich krankt dieser Test an den eingeschränkten Auswahlmöglichkeiten. Ich hätte häufig gerne mehr als eine Antwort angekreuzt. Außerdem wird bei Fragen, wie: “Wenn Sie eine wichtige Entscheidung treffen, dann…” – es folgen 4 mögliche Antworten – nicht unterschieden, für wen die Entscheidung wichtig ist. Bei “wichtigen” Entscheidungen, die nur mich betreffen, verhalte ich mich womöglich anders, als bei solchen, die zu meinem beruflichen Aufgabenfeld gehören. Allerdings weißt die Autorin ausdrücklich darauf hin, daß es sich nicht um eine komplexe Persönlichkeitsanalyse handelt, sondern das mit diesem Test nur eine Richtung ermittelt werden soll.

Nach diesem Persönlichkeitstest und dessen Auswertung folgen noch einige Seiten, die es dem Leser erleichtern sollen, auch als mehr oder weniger chaotischer Mensch, seinen Lebensweg zu planen und sein Tun an eigenen Zielen auszurichten. Dabei hat mir der Vergleich des eigenen Lebens mit einer Glasorgel, für die man jeden Tag nur eine bestimmte Menge Wasser zur Verfügung hat, besonders gut gefallen.

Im zweiten Teil des Buches geht es um den Werkzeugkoffer, mit dessen Inhalt auch Kreativ-chaotische Menschen ihren Alltag in den Griff kriegen sollen. Da wurde es dann schwierig für mich, objektiv zu urteilen. Der erste Eindruck war:

“Das hast du doch schon mal irgendwo gehört.”

Es werden Techniken aufgeführt, die ich schon, beispielsweise aus verschiedenen GTD-Büchern, kannte. [Getting Things Done - eine populäre Zeitmanagementmethode] Das galt dann auch für andere der vorgestellten Techniken. Das hatte ich Alles schon mal so ähnlich gehört. Der Unterschied bestand darin, daß dort wo in der “Originalmethode” konkrete meß- und zählbare “Aktionen” gefordert sind, eher “weiche” Konzepte oder Rahmenbedingungen eingeführt werden. Auch die angebotenen Problemlösungsstrategien kannte ich schon. Mindmapping, Brainstorming, Eisenhower und Pareto waren für mich nichts Neues. All das wird mit vielen Beispielen bildhaft verdeutlicht.

Mein persönliches Fazit fällt daher durchwachsen aus.

Was Frau Nussbaum schreibt hat, hat Hand und Fuß. Das Buch liefert einen guten Einstieg in die Thematik und bietet dem Einsteiger in das persönliche Zeitmanagement eine Vielzahl an praktikablen Methoden oder auch einfach Tricks um das Alltagschaos in den Griff zu kriegen. Dabei fällt die “moralische” Unterstützung für die Chaoten meiner Meinung nach ein wenig zu aufdringlich aus. Es ist auch überhaupt nicht nötig ausgesprochen chaotisch zu sein, um Nutzen aus dem Buch zu ziehen. Wenn man sich allerdings schon mal mit Zeitmanagement, Selbstorganisation und Problemlösungstechniken befasst hat, dann wird einem Vieles bekannt vorkommen.

Über die Buchkolumne bin ich auf den Seitenzähl-Wettbewerb gestoßen. Das ist eine (hoffentlich) witzige Challenge,  bei der es darum geht, daß man sich eine bestimmte Anzahl Seiten vornimmt, die man im Laufe des Jahres 2010 lesen will.

Lesefutter

Ich habe mir dafür mal 30.000 Seiten vorgenommen. Aber selbst wenn ich an dieser Zahl scheitern sollte, so wird mich der Wettbewerb doch dazu bringen, daß ein oder andere Buch mehr zu lesen, einfach, weil ich vielleicht ihm eingedenk, eher zum Buch als zum Laptop greifen werde.

Den Link zum Wettbewerb findet ihr in der Sidebar unter “Lesechallenge”. Dort sind auch die “Regeln” erklärt.

Bisher habe ich folgende Bücher zu Ende gelesen (Liste wird fortgeführt)

1. Christian Gude “Binärcode” — 224 Seiten

2. Greg Keyes “Newtons Kanone” — 540 Seiten

3. Marius Weinbrenner “Das Eis ist dünn” — 49 Seiten

4. Pausanias “Beschreibung Griechenlands” — 734 Seiten

5. Roberto Saviano “Gomorrha” — 363 Seiten

6. Cordula Nussbaum “Organisieren Sie noch oder leben Sie schon?” — 235 Seiten

7. Robert Jordan “Das Rad der Zeit – Bd1″ — 511 Seiten

8. Norbert Ohler “Sterben und Tod im Mittelalter” — 314 Seiten

9. Greg Keyes “Die Luftschiffe des Zaren” — 554 Seiten

10. Pierre Basieux “Die Welt als Spiel” — 244 Seiten

11. Gero v. Randow “Das Ziegenproblem”  — 193 Seiten

12. Greg Keyes “Das verborgene Reich” — 539 Seiten

13.Stephen Coote “English Literature of the Middle Ages” — 332 Seiten

14. Sergej Lukianenko “Das Schlangenschwert” — 640 Seiten

15. Greg Keyes “Der Schatten Gottes” — 478 Seiten

16. Robert von Ranke-Graves “Die weisse Göttin” — 592 Seiten

17. Sudhir Venkatesh “Underground Economy” — 331 Seiten

18. Burkhard Schröder “Tron – Tod eines Hackers” — 214 Seiten

19. Jonathan Barnes “Das Königshaus der Monster” — 396 Seiten

20. Helene Hanff “84, Charing Cross”  — 159 Seiten

21. Brent Weeks “Der Weg in die Schatten” — 702 Seiten

22. Neil Gaiman “American Gods” — 624 Seiten

23. Kögel  / Ludwig “Der BLV Tierführer Translunarien” — 111 Seiten

24. Gerhard Wagner “Schwein gehabt!” — 125 Seiten

25. Paul Hoffmann “Die Linke Hand Gottes” — 478 Seiten

26. Brent Weeks ” Am Rande der Schatten” — 704 Seiten

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