Yvonne Mich hat auf ihrem Blog einen Text veröffentlicht, in dem sie ihre Erinnerungen an ihre Oma dem Heute gegenüberstellt. Es ist ein Text, der für mich eine tiefe Zufriedenheit darüber zum Ausdruck bringt, daß trotz aller Veränderung durch das Alter und das Fortschreiten der Zeit, manche Dinge bleiben.
Wie die Schokolade, bei Oma im Schrank….

Mich hat er angeregt, meine Erinnerungen an meine Großmutter zu Papier zu bringen.

Das schlimmste ist der Geruch,
Der allgegenwärtige Geruch nach Desinfektionsmitteln, Raumspray und miesem Kaffee,
der  Geruch von Desinteresse, Hektik und Tod.

Als meine Mutter die Zimmertüre öffnet, verstecke ich mich hinter ihr und komme mir dabei dumm vor.

Staub tanzt im streifigen Licht, daß durch die Jalousien auf einen reglosen Körper fällt.

Schläuche und Kabel führen von Maschinen zu dem Fleisch und von ihm weg zu Beuteln und Flaschen.

Ich bilde mir ein, daß es nach Kot und Urin riecht, als mein Blick auf die entsprechenden Behälter fällt.

Meine Mutter weint, als sie den Körper ihrer Mutter berührt.

“Mama? Mama, ich bin’s…”

Nur das Fleisch der Wangen wabbelt puddingartig herum.
Es ist still im Raum, bis auf das Schluchzen meiner Mutter und das leise Klicken der Apparate.

Eine Schwester kommt herein, wendet den Leib wie eine Schweinehälfte, macht irgendwas an den Schläuchen und zupft an der Decke herum.

Wir nutzen die Gelegenheit, um zu gehen. Ich komme niemehr zurück.

Ihr Grab habe ich nie gesehen.

Liebe Fertigmischungspanscher

Wenn ihr euch mal wieder darauf besinnen würdet, wie ein anständiges nahrhaftes und wohlschmeckendes Brot gebacken wird, anstatt genau denselben Industriematsch zusammen zu rühren, wie die Lieferanten der Discounter, dann würden wir Kunden auch einen Unterschied bemerken.
Aber Fertigbackmischungen und Industriearomen VON HAND zusammenrühren reicht nicht, um uns Kunden Geld abzuknöpfen.So eine medienwirksame Klage gegen einen großen Gegner, der angeblich das Handwerk kaputt macht, hat ja auch viele schöne Publicity zur Folge. Ist zwar albern, aber medienwirksam.
Nur ändert sie überhaupt nichts am Niedergang des Lebensmittelhandwerks. Das gräbt sich sein Grab nämlich ganz alleine, indem es seine Produkte dem Industriefraß immer ähnlicher macht.

So long

Hier geht es zum Artikel in den Aachener Nachrichten

Das Urteil des BGH zur aktiven Sterbehilfe, oder wie es im Juristendeutsch heißt: “Abbruch lebenserhaltender Maßnahmen auf der Grundlage des Patientenwillens” hat für einigen Wirbel in meiner Bekanntschaft gesorgt.

Mein eigener Zugang zu dem Thema ist wie meistens ziemlich einfach und gradlinig. Die Kurzfassung bildet die Überschrift dieses Textes.

Ein Schlüsselerlebnis für mich war das langsame Sterben meiner Großmutter. Wobei Sterben ein höchst euphemistischer Ausdruck für ein, in meinen Augen menschenunwürdiges, Verrotten bei lebendigem Leibe ist.

Zum Schluß lag sie als lebende Leiche, blind, taub, geistig verwirrt und unfähig zu jeder selbstständigen Handlung in einem Aachener Pflegeheim. Der Körper wurde künstlich ernährt und alle 2 Stunden kam jemand und drehte den Kadaver auf die andere Seite, um einen Dekubitus zu vermeiden. In dieser Situation bedrängte dann ein Mediziner meine Mutter, ihre Einwilligung zu einer Herzoperation zu geben, damit dem lebenden Leichnam meiner Oma ein Schrittmacher eingesetzt werden könnte. Damit könne sie noch gut 10 -15 Jahre “weiterleben”.

Dieser Dr. Frankenstein war hell empört, als meine Mutter die Einwilligung verweigerte und unterstellte ihr, sie wolle ihre Mutter nur schnellsten loswerden. Leider war Pflegepersonal anwesend, das mich gehindert hat, den Arsch mit seinem eigenen Stethoskop zu erwürgen.

Der Vorfall hat meine Einstellung zum eigenen Sterben entscheidend geprägt. Ich will keinesfalls so entwürdigt und entmündigt verrecken. Für mich besteht einer, wenn nicht DER fundamentale Unterschied zwischen Mensch und Tier darin, daß der Mensch die Fähigkeit hat jederzeit zu entscheiden sein Leben zu beenden. Dabei steht es niemand anderem zu, diese Entscheidung als Zeichen eingeschränkter Geisteskraft zu brandmarken und denjenigen zu entmündigen, indem er ihn einsperrt und /oder zwangsweise medikamentiert und am Leben erhält.

Ich empfinde es als grenzenlose Arroganz des Mobs, daß in unserer ach so kultivierten Welt, jeder, der das Pech hat einen Suicid zu überleben, erst mal als psychisch krank beurteilt wird. Es erschreckt mich zutiefst, wenn ich in Gesprächen mit alten Leuten bemerke, wie tief diese Einstellung verwurzelt ist.
Da redet man über die Probleme des Älterwerdens, darüber, wie wenig man als Tattergreis noch vom Leben hat, wie teuer es ist, daß sie alleine sind und so weiter. Dann sage ich irgendwann: “So alt will ich garnicht werden.” und prompt wird der Untergang des Abendlandes eingeläutet.
So darf ich nicht denken, Ziel des Lebens muss sein möglichst alt zu werden und überhaupt muss ich mehr für meine Gesundheit tun, damit ich meinem Sohn und eventuellen Enkeln möglichst lange erhalten bleibe. Merkwürdig bloß, daß bei all diesen Argumenten, die mir da dann um die Ohren geschlagen werden, nie von MIR die Rede ist. Es ist zwar mein Leben und Sterben, über das geredet wird, aber es geht immer nur um die Folgen für ANDERE Leute.
Immer wird betont, daß ich mir doch Gedanken darum machen muss, was ich meiner Umgebung mit einem Freitod antäte.

Eher wütend als betroffen macht mich die Darstellung der Thematik Freitod / Ablehnung von lebensverlängernden Maßnahmen/ Patientenverfügung in den meisten Medien. Es wird so getan, als wären nur Psychopathen oder egozentrische, potentielle, Mörder unterwegs. Es wird darüber spekuliert, ob man überhaupt sicher sein kann, daß eine Patientenverfügung tatsächlich von der verreckenden Oma stammt. Viel wahrscheinlicher scheint ja zu sein, daß der Sohn oder Enkel die Alte einfach billig quit werden will. Leute die im Angesicht einer unausweichlichen Diagnose – Ja, ich weiß, es könnte ja morgen ein medizinisches Wunder geschehen – eine Verfügung aufsetzen werden von willfährigen Frankensteinmedizinern zu unzurechnungsfähigen Irren gestempelt, weil ja (implizit) nur sie befähigt sind, kraft ihres Arztseins, im Angesicht des Todes rationale Entscheidungen zu treffen. Und der deutsche Michel nickt dazu mit seiner Schlafmütze…..

Damit wir uns richtig verstehen, mir ist bewußt, daß es sich um ein komplexes Thema handelt.
Aber letztendlich führt für mich kein Weg daran vorbei, daß MEINE Entscheidung gefälligst zu akzeptieren ist.
Ohne ganz konkreten Verdacht, da? etwas nicht mit rechten Dingen zugehen könnte, hat kein Arzt, Pfaffe, Politiker, Anwalt oder wer auch immer meine Entscheidung, mein Leben zu beenden, anzufechten.

Michael

P.S. Bei der Geschichte mit meiner Oma ging es dem Arzt, meiner festen Überzeugung nach, nur darum, dem Pflegeheim eine einfache Einnahmequelle zu erhalten. Geld ist in dieser Diskussion etwas, daß mir bisher nur als “Mordmotiv” begegnet ist…….

Am letzten Wochenende gab es ja mal wieder ein Jahrhundertunwetter in meinen kleinem Eifelstädtchen.
Hier mal ein paar Bilder von den Folgen, die der Starkregen in unmittelbarer Umgebung meiner Werkstatt hatte.

Fussweg gegenüber der Werkstatt

Eingebrochener Bürgersteig

Eingangstreppe zur Werkstatt

Die Schäden am Fussweg waren am Freitag ja wieder beseitigt. Allerdings hat es am Samstag wieder eindrucksvoll gewittert…..

Mal was Einfaches für die kalte Küche, passend zu dieser nicht grinchtauglichen Hitze

Ich brauche.

ca. 800gr würzigen Schafskäse, nicht dieses nachgemachte Zeug aus Kuhsaft
ca. 125ml gutes Olivenöl
2 Esslöffel Zitronensaft
einen Teelöffel frisch zerstoßenen, schwarzen Pfeffer
1 mittlere Knoblauchzehe
FRISCHES BASILIKUM!! Es hat seinen Grund, daß ich das in Großbuchstaben schreibe und mit Ausrufezeichen versehe

So geht’s

Die Zubereitung ist einfach.
Der Schafskäse wird in kleine mehr oder weniger würfelartige Stücke zerschnitten und zusammen mit dem Olivenöl in einer Schüssel mit der Gabel zu einer Paste zermantscht. Anschließend mengt man den Zitronensaft, die kleingehackte Knoblauchzehe und den Pfeffer unter.
Das Ganze wird solange mit der Gabel bearbeitet, bis eine stückige Paste entstanden ist. Die stücke sollten noch zu spüren sein, aber auch nicht beim Auf-das-Brot-Streichen stören.
Ungefähr so, wie bei Crunchy-Erdnusspaste. Die Konsistenz kann man durch Variieren der Olivenölmenge anpassen. Es ist also schlau, nicht gleich Alles rein zu schütten. Nachgeben geht immer…

Jetzt schmeckt man erstmal ab. Ein ordentlicher Schafskäse sollte genug Salz mitgebracht haben, ansonsten kann man jetzt nachsalzen. Insgesamt sollte ein deutlicher Schafskäsegeschmack mit einem frischen Unterton von Zitrone erreicht sein.

Jetzt wird das, vorher vorsichtig gewaschene und trocken getupfte, FRISCHE Basilikum in feine Streifen geschnitten und unter die Creme gehoben.
Basilikum ist empfindlich und sollte deshalb erst verarbeitet werden, wenn man es wirklich braucht.

Dazu frisches, kurz im Backofen angewärmtes Fladenbrot, einen, einfachen, kräftigen Roten oder vielleicht Retsina und Alles ist gut.

Wer mag, kann die Creme mit allen möglichen Zutaten aufpeppen. Frische Chili bieten sich an, oder Oliven oder vielleicht Kapern. Ich könnte mir auch Radieschen oder Gurkenstreifen vorstellen.
Auch bei den “Beilagen” sind der Phantasie kaum Grenzen gesetzt. Kurz gebratenes Fleisch, Ofenkartoffeln oder vielleicht ein Stück nicht zu fetter Fisch sind sicher keine schlechte Idee. Man kann die Creme auch in eine Tomate, Paprika oder meinetwegen in den Kopf eines Riesenchampignons fühlen und dann im Ofen überbacken.
Aber das hat dann für mich nix mehr mit Sommerküche für heiße Tage zu tun.

Haut rein!!

Schafskäsecreme - unspektakulär, aber lecker

When the last blink of fading daylight turns the world around me into one of red and black, I sit here at the old graveyard and wait for the mistress to appear.

The sounds of the village diminish and more and more I forget the people outside the walls that surround the place.

I look at the tombstones and I become jealous for those lying beneath them in the cool, soft, silence. Fear hits me with it’s claws. Fear of that beast within, whose raging fury and red flaming wish to fight and kill makes me gasp.

And then, suddenly, she is there, with here cloak of darkness, spangled with silver. She wraps her soft, warm, arms around me and keeps me cosy and save, as I hope she will do ’till the very end.

The Mother Night….

Der Weg zu einem erfrischenden Schluck von den stillen, dunklen, Wassern des Vergessens, führt durch die fauligen, stinkenden, Sümpfe der Erinnerung.

Es ist schon “ewig” her, daß ich das letzte mal ein Messer gekauft habe.
Meist benutze ich selbstgebaute Messer, die ich aus zugekauften Klingen und individuell von mir gefertigten Griffen selber montiere und für meine jeweiligen Zwecke anpasse.

Aber dem Tokyo Spike von Cold Steel konnte ich nicht widerstehen.

Tokyo Spike von Cold Steel mit Umhängescheide aus Kydex

Wolfster’s Knife Shop hat umgehend geliefert und jetzt bin ich gespannt, wie sich der Zahn im täglichen Einsatz bewährt.

Am letzten Samstag (26.06.2010) fand zum zweiten Mal das Birdyhill-Turnier auf dem Gelände des Bogensportclubs Grünberg statt.
Der Grinch war mit seiner Lady zum ersten Mal dabei. Das Turnier ist ein reines Einladungsturnier, veranstaltet von Andreas Stoeter vom Bogensport Grünberg e.V.

Hämisch grinsender Veranstalter bei der Auswertung

Das Turnier ist ein reines Holzbogenturnier mit jagdlich gestellten Zielen.

lebendiges "Monster" aus dem Grünberger Forst

Das heißt, keine großen Distanzen, aber schwierige Schußpositionen und kleine Schußfenster. Diesmal war es als Doppelhunterrunde mit 20 Stationen gestellt.

Beute

An jeder Station 2 Pflöcke, ein grüner und ein orangefarbener und von jedem Pflock aus musste ein Tier mit einem Pfeil erlegt werden. Die Wertung war huntertypisch knackig: Kill = 20Punkte, Körper = 5 Punkte, Fehlschuß = 0 Punkte.

Abendessen gesichert

Da machte sich jede Unsauberkeit und jede Nachlässigkeit direkt drastisch im Ergebnis bemerkbar. Das musste ich sehr zu meinem Leidwesen leider auch feststellen.

Meine Lady auf Sauhatz

Dazu kamen noch 2 “Sonderprüfungen”, ein Schnellschießen auf Zeit und, für die Meisten von uns das absolute Fiasko,  ein Präzisionsschießen auf 5 unterschiedlich große Schaumstoffklötze.

Des Bogenschützen Untergang...

Die Wertung für dieses Schießen hatte es in sich.Sollte man es schaffen mit 5 Pfeilen alle 5 Klötze zu treffen, das heißt, ein Pfeil pro Klotz, so hatte man 100% erreicht. jeder Pfeil, den man mehr brauchte, brachte 10% Abzug. Brauchte man tatsächlich 14 Pfeile war man damit dann trotzdem auf 0%. Traf man nicht alle Klötze gab es ebenfalls keine Punkte. *Schnüff*

Da alle 3 Turnierteile zu jeweils 1/3 in die Wertung eingingen, konnte einem ein Versagen bei den Sonderprüfungen ganz gehörig die Petersilie verhageln. Andererseits konnte man da auch einiges wieder gut machen, was man vielleicht auf dem Parcour versaut hatte. Mir ist das allerdings nicht gelungen…..

Gewertet wurden Männer, Frauen und Kinder getrennt und sonst nix. So liebe ich meine Turniere, kein Zirkus mit dutzenden Klassen und Gruppen, eine knackige Wertung, die Können belohnt und die Ziele so gestellt, daß das Können des Schützen entscheidet und nicht die Power des Bogens.

Nächste Generation

Dazu noch nette Leute, Einladungsturnier halt, eine schöne Umgebung bei tollem Wetter und einen Veranstalter der sich Mühe gibt und auch noch kochen kann. Das Ganze für ‘nen Zehner pro Person und eine Spende in die Getränkekasse.

Eines der umfangreichsten und besten Kuchenbuffetts der deutschen Bogenturnierszene

Die Thekenkraft wirkte ein wenig lustlos

Zuschauer oder Ziel?

Herz, was willst du mehr? Ok, vielleicht mal besser schießen….

Ein höchstzufriedener Michael bedankt sich, auch im Namen seiner Lady, für ein rundum gelungenes Wochenende.

Hier gibt es einen lesenwerten Artikel, in dem der Autor Paul Scriven rät, daß Freelancer aka Selbstständige entweder zum vollen Preis oder umsonst arbeiten sollten.

Aus der Erfahrung des Handwerkers und sebstständigen Kleinunternehmers, kann ich diesen Ansatz ebenfalls nur empfehlen. Erfahrungsgemäß wollen Leute, die wenig bezahlen tatsächlich meistens dieselbe Leistung haben, wie diejenigen, die den vollen  Preis bezahlen. Sie denken, daß ihnen das zusteht, weil sie cleverer, hartnäckiger oder smarter verhandelt haben, als die Anderen. Diese Attitüde wird ja auch durch die Werbung befeuert.

Als ich noch mit meinem Stand auf Mittelaltermärkten unterwegs war kam noch ein weiteres Phänomen hinzu. Hatte ich einem Kunden, aus welchen Gründen auch immer, einen Rabatt gewährt, so waren einige der Umstehenden plötzlich der Meinung, daß sie Anspruch auf denselben Rabatt hätten oder wollten den schon rabattierten Preis als Ausgangsbasis für neue Verhandlungen nehmen.

Verhandlungen

Ein Schlüsselerlebnis für mich, war dann ein Markt in Freienfels, bei dem ich meine miese Laune an einem besonders unangenehmen Kunden ungehemmt ausgelebt habe. Der Mann vermittelte den Eindruck eines Klischeemilitärs auf Freigang; sehr aufrechte Haltung, abgehackte Sprechweise ohne Höflichkeitsfloskeln. Er wollte immer wieder den Preis drücken und ich habe einfach immer “Nein” gesagt und ihn zum schluß vom Stand verjagt.

Am nächsten Morgen war er wieder da —- und hat, ohne zu verhandeln, den vollen Kaufpreis bezahlt.

Das hat mich endgültig davon überzeugt, mich niemals mehr von Kunden unter Druck setzen zu lassen.

Zutreffend ist auch Scrivens Argument dafür, gelegentlich umsonst zu arbeiten. Wenn der Kunde nichts bezahlt, dann kann er auch keine Forderungen stellen. Er kann Wünsche äußern, aber ICH bestimme, wie weit meine Großzügigkeit geht.

Wie seht ihr das?

Michael

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