Alltagskunst

image

Veröffentlicht unter Allgemein | Hinterlasse einen Kommentar

Die armen Nachrichtenportale

Viele Onlineableger großer deutscher Zeitungen und Zeitschriften haben auf ihren Seiten Texte eingeblendet, in denen sie die Besucher ihrer Angebote darum bitten, Werbeblocker abzuschalten.

Warum sollte ich das tun?
Weil durch die Werbung das entsprechende Angebot finanziert wird.  Wenn ich jetzt diese Werbung durch einen Adblocker ausfiltern lasse, wird die Werbeindustrie auf Dauer nicht mehr für die Einblendung von Anzeigen bezahlen und das Angebot wird vom Markt verschwinden.

So weit die immer gleiche Argumentation, die für mich aus vielerlei Gründen nicht zieht.

Werbung nervt!
Solange Werbung blinkt, blubbert, quiekt, trötet und mitten auf meinem Bildschirm hin und her wabert ist sie einfach ein massiv störendes Ärgernis.
Aber wir wollen doch deine Aufmerksamkeit!
Die bekommt ihr ja auch. Genauso, wie die Fliege die, statt irgendwo am Fenster rum zu summen, ständig um meinen Kopf herum schwirrt. Genau wie auf diese nervige Fliege mache ich Jagd auf eure nervigen Banner und tue Alles, um sie los zu werden.
Aber ihr habt meine Aufmerksamkeit….

Außerdem stellt ihr euch mit diesem Gejammer in meinen Augen selber ein Armutszeugnis aus.
Euer Geschäft sollten Nachrichten sein. Stattdessen degradiert ihr euch zum Vehikel der Werbeindustrie, dessen Existenz auf dem Spiel steht, falls es nicht anständig funktioniert.
Habt ihr überhaupt schon mal versucht, mit eurem angeblichen Kerngeschäft, den Nachrichten, Geld zu verdienen?
Niemand zwingt euch, eure Leistung im Internet kostenlos zur Verfügung zu stellen.
Ihr könnt feststellen, daß ich einen Adblocker benutze.
Na gut, dann zeigt mir doch nur noch Headlines und vielleicht die ersten 2 Zeilen des Artikels.
Ganz weit vorne wärt ihr bei mir, wenn es eine einfache bequeme Möglichkeit gäbe, für einzelne Artikel zu bezahlen, ohne entweder die ganze Zeitung kaufen / abonnieren zu müssen oder irgendwelche zusätzlichen Dienste benutzen zu müssen.
Nehmt euch ein Beispiel an Subito.  Artikel aussuchen, per Mail zuschicken lassen, Rechnung kriegen, bezahlen, fertig.

Aber ihr jammert ja lieber über eine angebliche “Kostenloskultur im Internet”, die ihr selber ohne Not befeuert und macht euch zu Nutten der Werbeindustrie, anstatt euch mit eurem Produkt dem Verdikt der (potentiellen) Kundschaft zu stellen.
In einem Staat mit Rundfunkzwangssteuer und Zwangsmitgliedschaften in überflüssigen Berufsverbänden ist das wohl einfach bequemer.

Da mich eure Bequemlichkeit aber nicht interessiert, bleibt mein Adblocker an.

Einen guten Beitrag zum Thema gibt es bei Adblock Plus. Lest euch vor allem mal die Kommentare durch.

Veröffentlicht unter Internet und Social Media | Verschlagwortet mit , | Hinterlasse einen Kommentar

Bäääääh!

Die nächste Horde Steuergeld- und Sauerstoffverschwender, die sich mit der Altstadt profilieren wollen, ist eingetroffen.

Laberbackenkarosse

Laberbackenkarosse

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , | Hinterlasse einen Kommentar

Grün und Lecker

Bärlauchbutter

Bärlauchbutter

Hausgemachte Bärlauchbutter vom Ruitzhof in Kalterherberg – hübsch grün und sehr lecker – der ideale Brotaufstrich für den Grynch.
Auf dem Ruitzhof machen sie auch noch andere leckere Sachen.

Veröffentlicht unter Fressen und Saufen | Verschlagwortet mit , , , , | 2 Kommentare

Reenactmentmesse 2013

Nach einem Jahr Pause habe ich mich in diesem Jahr wieder überreden lassen als Aussteller an der diesjährigen Reenactmentmesse in der Villa Borg im Saarland teilzunehmen.
Um es vorneweg zu sagen: Ich habe es nicht bereut.
Ich habe tolles Handwerk gesehen, nette Leute getroffen und Gespräche mit fachkundigen Besuchern geführt.
Neue Highlights waren für mich die medizinischen Instrumente von Steve Wagstaff, die Bein- und Hornarbeiten von Bikkel en Been und der Perlenstand von Mike Poole.

Nachbau des Backgammonboards von Gloucester (12.Jhdt)
IRM201306 IRM201305

Medizinische und kosmetische Instrumente
IRM201311 IRM201310 IRM201309 IRM201308 IRM201307

Absolut sehenswert war außerdem die Sonderausstellung “Zirkusbecher und Rippenschalen”.
Während der Messetage bot der Kurator der Ausstellung, Frank Wiesenberg, Sonderführungen für die Messebesucher an.

IRM201303

IRM201304

 

Leider habe ich es nicht geschafft, mir einen der zahlreichen Fachvorträge anzuhören. Dafür hat meine Lady im Laufe der beiden Messetage jeden Vortrag besucht.
Diesem Teil des Messeprogramms ist in Zukunft deutlich mehr Aufmerksamkeit des Publikums zu wünschen. Vorträge vor 2 oder 3 Leuten werden dem Niveau der Vortragenden nicht gerecht.

Hier sind sowohl die Messeorga, als auch die Vortragenden selber, gefordert deutlicher die Werbetrommel zu rühren.

Einziger weiterer Kritikpunkt meinerseits ist, wie schon 2011, die überforderte Gastronomie in der Villa Borg.
Die IRM springt ja nun nicht plötzlich und hinterhältig aus dem Gebüsch. Da sollte man doch im dritten Jahr den Laden im Griff haben und einen einigermaßen zügigen Service bieten können.

Villa Borg

Villa Borg

Meinen Eindruck von der Erstlingsveranstaltung 2011 könnt ihr hier nachlesen

Veröffentlicht unter Leute, Living History & Reenactment | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Nachschlag zum Debakel im “King’s College”

Eigentlich wollte ich ja den strahlungssicheren Betondeckel des Schweigens über die mieseste Location in der Geschichte aller Testessen breiten, aber das Wochenende an der Mosel auf der Reenactmentmesse lieferte ein wunderhübsches Gegenbeispiel.

Dort gibt es in Nennig direkt an der Hauptstraße einen Döner.

Essensoase

Essensoase

Da bekomme ich für exakt dasselbe Geld – 8,90€ – statt eines Pressfleischlappens mit abgezählten Kroketten und überflüssigem, labbrigen, Dekosalat eine sättigende Portion ordentlich gewürztes Fleisch mit 1a* Pommes Frites, einem richtig leckeren FRISCHEN Salat und handgeklöppeltem Tsatziki.

2013-04-20 18.45.40 2013-04-20 18.45.57

Noch viel erstaunlicher als leckeres Essen aus frischen Zutaten zu einem guten Preis ist aber der Service.

Trotz vollem Haus – 6 Tische im vorderen Gastraum, volle Theke, Gäste im hinteren Gastraum und Laufkundschaft – schaffen es die beiden Damen, in der Zeit in der wir essen, MEHRMALS an unseren Tisch zu kommen und nachzufragen, ob wir zufrieden sind. Sind unsere Gläser leer oder fast leer, wird nach Getränkewünschen gefragt.
Insgesamt habe ich selten so gut in einer Imbissbude gegessen und bin dabei so aufmerksam bedient worden.

All Thumps up!!

Veröffentlicht unter Alltägliches, Fressen und Saufen, Leute | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Schnitzeltestessen im “King’s College” – Wie war’s?

Gestern trafen sich die Testesser zum vierten Mal in diesem Jahr und endlich, endlich, konnten meine Lady und ich auch noch mal dabei sein.
Das “King’s College” in der Rethelstraße, Nähe Markt, gehört, wie das unmittelbar daneben liegende “Rethel Pub” zu den Aachener Kneipeninstitutionen.

Meine Lady und ich trafen mit einer halben Stunde Verspätung ein und schon als ich die Tür öffnete, hatte ich den Eindruck: “Irgendwas ist hier falsch.”
Der ziemlich große Gastraum war so gut wie leer.
An einer Wand saß die restliche Testcrew an mehreren zusammengeschobenen Tischen. Ansonsten waren noch 3 Gäste im Lokal. Das kannte ich von früher her anders.

Am Tisch begrüßte uns Sabine dann mit den denkwürdigen Worten: “Wenn ihr Pute essen wollt, setzt euch an den Nebentisch.”
Hääääää???
Des Rätsels Lösung: Da 16 Leute zum Schnitzelessen avisiert waren, hatte der Wirt ohne weitere Absprache 16 Schweineschnitzel vorbereitet und bestand jetzt darauf, daß wir die auch essen müssten.
Nun ja…

Das Essen
Die Portionen, die dann in unregelmäßigen Abständen aus der Küche anrollten waren sehr übersichtlich.

Übersichtliche Portion  Schnitzel "Pepe Verde"

Übersichtliche Portion
Schnitzel “Pepe Verde”

Außerdem ist mir immer noch unklar, was an Convenience-Pressfleisch vorzubereiten ist. Wahrscheinlich meinte er auftauen.
Immerhin war die Qualität (für Convenience) in Ordnung und das Fleisch war saftig.
Die Kroketten waren ordentlich, nicht so fettig und matschig wie man sie sonst häufig bekommt.
Den Beilagensalat mit Fertigsauce aus der Flasche hätte man sich sparen können. Er war labbrig und geschmacklos und geht noch nicht mal als Deko durch.
Das Highlight meines Tellers war die Pfeffersauce mit grünem Pfeffer. Die war lecker und schmeckte wirklich schön nach Pfeffer.
Leider huldigt man auch im “King’s College” der weit verbreiteten Unsitte, panierte Schnitzel in der Sauce zu ersäufen und der Panade so jede Chance auf Knusprigkeit zu nehmen.
Sauce zu Paniertem gehört im Extraschälchen serviert!
Was ich bis jetzt zu meinem Teller zu sagen hatte, gilt genauso für den meiner Lady und bis hier hin bekäme das Essen 2-3 Sterne von mir.
Absolutes NoGo war jedoch Sabines Jägerschnitzel. Ich vertraue ihr absolut was Essen und Kochen angeht und wenn sie ihre Pilze auf Seite räumt, weil die ungenießbar und verdorben schmecken, dann gibt es für mich keinen Zweifel, daß das so ist. So etwas darf einfach nicht passieren!

Kommen wir jetzt zur Lachnummer des Abends – der Service im “King’s College”.
Die Worte, die mir zur Beschreibung einfallen, reichen von ‘unfähig’ über ‘beratungsresistent’ bis ‘unverschämt’.
Nach gestern wundert es mich nicht, daß der Laden leer bleibt.

Zur Erinnerung: Wir waren mit 16 Leuten für 20:00 zum Essen angemeldet. Trotzdem mussten wohl die ersten Testesser erst mal ein paar Tische zusammenrücken, damit eine Tafel für alle zur Verfügung steht. Der Wirt macht es sich einfach und beschränkt uns eigenmächtig auf Schweineschnitzel, obwohl auf seiner Karte zumindest noch Pute zur Auswahl steht. Dennoch schafft er es nicht eine einfache Variante – Wiener Schnitzel ohne Pommes – im ersten Anlauf korrekt an den Gast zu bringen.

Dafür brauchte es 2 Anläufe Wiener Schnitzel ohne Pommes

Dafür brauchte es 2 Anläufe
Wiener Schnitzel ohne Pommes

Überhaupt waren Variationen der Beilagen unerwünscht. Kroketten statt Pommes? Bratkartoffeln statt Kroketten? Vergiss es!
Meine Lady musste erst diskutieren bevor sie die gewünschten Kroketten bekam und wir reden hier nur von einem einfachen Austausch von Standardbeilagen.
Schaut euch die Speisekarte an, dann seht ihr, was ich meine.
Das unterirdische Niveau im Service setzte sich bei der Getränkeversorgung nahtlos fort.
Wir haben aus unserer Unzufriedenheit keinen Hehl gemacht und deutlich darauf hingewiesen, was uns nicht gefällt.
Das wurde aber nur mit zunehmender Muffeligkeit quittiert. Ich kam mir vor, als hätte ich es mit einem Vierjährigen zu tun, der sein Spielzeug aufräumen soll.
Letztendlich war dies das kürzeste Testessen, an dem wir bis jetzt teilgenommen haben und ich habe an diesem Abend zum ersten mal seit Jahren keinen Cent Trinkgeld gegeben.

Genervte Testesser

Genervte Testesser

Fazit: Aachen bietet eine Menge Kneipen und Restaurants. Es besteht also kein Grund sein Geld im “King’s College” zu verschwenden. Unsere Gruppe hat an diesem Abend mit knapp 200,00€ Zeche wahrscheinlich für den Löwenanteil der Tageseinnahmen gesorgt.
Trotzdem und obwohl wir angemeldet waren, wurden wir behandelt wie lästige Störenfriede.
In der Dönerbude um die Ecke ist das Essen besser und sein Bier kann man anschließend im “Rethel” bei guter Musik und freundlicher Bedienung trinken.
Von mir gibt es einen halben Stern von fünf möglichen, weil die Pfeffersauce ganz lecker war.

Nachtrag: Marco hat sich auf seinem Blog auch zu dem Debakel geäußert. Sein Bericht erweitert die Liste der Unverschämtheiten um einige Punkte, die in meinem Bericht fehlen.

 

 

 

Veröffentlicht unter Alltägliches, Fressen und Saufen, Leute | Verschlagwortet mit , , , | 3 Kommentare